Hühnerfutter fermentieren: Besser füttern und Futter sparen

Hühner fressen fermentiertes Körnerfutter aus einer Keramikschüssel, daneben ein Glas mit eingeweichtem Getreide

Fermentiertes Hühnerfutter ist eine alte Methode, die gerade wieder viele Hühnerhalter begeistert. Dabei wird das normale Futter einige Tage in Wasser angesetzt, bis Milchsäurebakterien es leicht säuerlich vergoren haben, ähnlich wie bei Sauerkraut. Die Hühner fressen das feuchte Futter meist besonders gern, es staubt nicht, und weil kaum etwas verstreut wird, landet weniger im Einstreu. Viele Halter berichten, dass sie dadurch Futter sparen. Wichtig ist, dass du sauber arbeitest und nur so viel ansetzt, wie deine Tiere in kurzer Zeit fressen.

Zutaten

Für eine Tagesration für etwa 5 Hühner:

  • 500–600 g gewohntes Futter (Legemehl, Legekörner oder eine Körnermischung), trocken gewogen
  • Wasser ohne Chlor, so viel, dass das Futter 2–3 cm bedeckt ist
  • Optional als Starter: ein Schuss Flüssigkeit aus einem vorherigen Ansatz

Material

  • Zwei lebensmittelechte Eimer oder große Gläser aus Kunststoff, Glas oder Keramik, damit du abwechselnd ansetzen kannst
  • Einen locker aufliegenden Deckel oder ein Tuch
  • Ein grobes Kunststoffsieb zum Abtropfen
  • Eine Küchenwaage für die richtige Menge
  • Einen Futtertrog, der sich leicht reinigen lässt

Anleitung

  1. Ansetzen: Das Futter in den sauberen Eimer geben und mit Wasser übergießen, bis es 2–3 cm bedeckt ist. Gut umrühren. Körner und Legemehl saugen viel Wasser auf, gieße deshalb nach einigen Stunden nach, falls nötig.
  2. Locker abdecken: Den Eimer mit einem Tuch oder einem lose aufgelegten Deckel abdecken. Die Gärgase müssen entweichen können.
  3. Gären lassen: Bei 18–22 °C an einem schattigen Ort 2 bis 4 Tage stehen lassen. Einmal täglich umrühren und darauf achten, dass das Futter immer unter Wasser bleibt.
  4. Reife prüfen: Fertig ist das Futter, wenn sich kleine Bläschen bilden und es angenehm säuerlich riecht, ähnlich wie Sauerteig oder Joghurt.
  5. Abtropfen und füttern: Die Tagesportion mit dem Sieb entnehmen, kurz abtropfen lassen und in den Futtertrog geben. Die Hühner sollten die Portion innerhalb weniger Stunden auffressen.
  6. Weiterführen: Einen Teil der Gärflüssigkeit kannst du für den nächsten Ansatz im zweiten Eimer verwenden, dann startet die Gärung schneller. Die Eimer regelmäßig gründlich reinigen.

⚠️ Wichtig: Riecht der Ansatz faulig, stark alkoholisch oder nach Essig, zeigt sich Schimmel oder ein flauschiger Belag, wird alles entsorgt und nicht verfüttert, denn Schimmelgifte sind für Hühner gefährlich. Fermentiere kein Futter mit Medikamenten oder Kokzidiostatika und ändere das Futter immer schrittweise. Fermentiertes Futter ersetzt kein Alleinfutter mit passenden Nährstoffen: Gib deinen Hühnern weiterhin Grit, Muschelkalk und jederzeit frisches Trinkwasser. Bei Frost Reste nicht im Trog gefrieren lassen. Bei Krankheitsanzeichen gehört das Tier zum Tierarzt.

Tipps aus der Selbstversorger-Praxis

  • Langsam umstellen: Mische in den ersten Tagen nur einen Teil fermentiertes Futter unter das gewohnte Trockenfutter. So gewöhnen sich Verdauung und Tiere entspannt an die neue Kost.
  • Richtig dosieren: Rechne mit etwa 100–120 g Trockenfutter pro Huhn und Tag, vor dem Ansetzen gewogen. Viele Hühner fressen fermentiert etwas weniger, weil sie satter werden und kaum etwas verstreuen.
  • Im Winter warm ansetzen: Bei Kälte läuft die Gärung kaum an. Setze den Eimer im Winter im Haus oder in der Garage an. Was im Stall sonst noch wichtig ist, liest du in Hühnerstall winterfest machen.
  • Mehr zu Haltung und Fermentation: Die Grundlagen der Hühnerhaltung findest du in Hühner halten für Einsteiger, wie Milchsäuregärung funktioniert, in Fermentieren: Die unterschätzte Konservierungsmethode. Grünfutter aus dem eigenen Garten planst du mit meinem kostenlosen Pflanzkalender.

Haltbarkeit

Fermentiertes Futter ist ein Frischfutter. Setze immer nur so viel an, wie du in 1 bis 2 Tagen verfütterst. Im Trog sollte es innerhalb weniger Stunden gefressen sein, Reste vom Vortag entfernst du. Im laufenden Ansatz hält es sich unter Wasser einige Tage, wird mit der Zeit aber immer saurer und verliert an Qualität.

Fazit

Hühnerfutter fermentieren braucht nur zwei Eimer, Wasser und ein paar Tage Geduld. Die Hühner bekommen ein feuchtes, gern gefressenes Futter, es staubt weniger und landet weniger im Einstreu. Mit sauberem Arbeiten und frischen Portionen ist es eine einfache Ergänzung für deinen Hühneralltag.

Hast du schon einmal fermentiertes Futter ausprobiert, und wie haben deine Hühner reagiert? Schreib es mir in die Kommentare!


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