Wer einen eigenen Apfelbaum oder Zugang zu einer größeren Ernte hat, kann daraus mit einer Obstpresse ganz ohne elektrischen Entsafter frischen Apfelsaft herstellen – schonender gepresst und mit weniger Aufwand, als viele denken.
Zutaten
- So viele reife Äpfel wie verfügbar (ein Sortenmix aus süßen und säuerlichen Äpfeln ergibt den ausgewogensten Geschmack)
Zubereitung mit der Obstpresse
- Äpfel vorbereiten: Äpfel waschen, faule Stellen großzügig herausschneiden. Kerngehäuse und Schale können mitverarbeitet werden.
- Äpfel zerkleinern: Vor dem Pressen müssen die Äpfel grob zerkleinert werden, ganze Äpfel lassen sich nicht direkt pressen. Dafür eignet sich eine Wiltec Obstmühle mit Handkurbel (7-l-Trichter), die die Äpfel zu grobem Fruchtmark häckselt.
- Pressen: Das zerkleinerte Fruchtmark in den Korb einer Wiltec Spindel-Obstpresse aus Edelstahl (14 l) füllen und mit dem Griff langsam Druck aufbauen. Der Saft läuft dabei direkt in ein darunter gestelltes Gefäß.
- Auffangen: Den frisch gepressten Saft durch ein feines Tuch oder Sieb in einen sauberen Topf gießen, das entfernt gröbere Fruchtreste.
- Haltbar machen: Für längere Haltbarkeit den Saft im Topf auf ca. 80 °C erhitzen (nicht kochen) und sofort heiß in ausgekochte Flaschen füllen, luftdicht verschließen.
Warum Pressen statt Entsaften
Eine mechanische Obstpresse gewinnt den Saft durch reinen Druck statt durch Zentrifugalkraft oder Hitze wie bei elektrischen Entsaftern. Das bedeutet weniger Oxidation, weniger Schaum und einen Saft, der dem Originalgeschmack der Äpfel näherkommt – ganz ohne Stromanschluss.
⚠️ Wichtig: Verarbeite keine stark angefaulten oder schimmligen Äpfel – das Schimmelpilzgift Patulin kann sich im Fruchtfleisch verteilen und wird beim Erhitzen nicht zerstört. Fallobst wäschst du besonders gründlich. Roh gepresster Saft beginnt schnell zu gären: Zeigen abgefüllte Flaschen Bläschen, einen gewölbten Deckel oder Schimmel, entsorgst du den Inhalt.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
- Sortenmix nutzen: Reine Süßapfelsorten ergeben einen faden Saft, eine Mischung mit säuerlichen Sorten wie Boskoop bringt deutlich mehr Geschmackstiefe.
- Trester nicht wegwerfen: Der ausgepresste Trester eignet sich hervorragend als Kompostmaterial oder, getrocknet, als Tierfutter.
- Sofort verarbeiten: Angeschnittene oder gepresste Äpfel oxidieren schnell und werden braun – am besten zügig weiterverarbeiten.
- Termine im Blick behalten: Wann du Obstbäume pflanzt, schneidest und Äpfel erntest, findest du übersichtlich in meinem kostenlosen Pflanzkalender.
Haltbarkeit
Roh gepresster, ungekühlter Saft sollte innerhalb weniger Stunden getrunken werden. Heiß abgefüllt und luftdicht verschlossen hält sich der Apfelsaft dunkel und kühl gelagert dagegen etwa 1 Jahr.
Fazit
Mit einer Obstpresse wird aus überschüssigen Äpfeln im Handumdrehen frischer, naturtrüber Apfelsaft – eine der dankbarsten Möglichkeiten, eine große Ernte sinnvoll zu verwerten, ganz ohne teuren Entsafter.
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Hast du das Rezept ausprobiert? Wie ist dein Apfelsaft geworden? Schreib es mir in die Kommentare!


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