Feta gehört zu den ältesten Käsesorten überhaupt und lässt sich mit etwas Geduld auch zu Hause herstellen. Anders als Mozzarella oder Frischkäse durchläuft Feta einen kurzen Reifeprozess in Salzlake, bevor er – wie klassisch im Vorratsglas – in Olivenöl mit Kräutern eingelegt wird.
Zutaten (für ca. 400–500 g Feta)
- 4 Liter Schaf-, Ziegen- oder Vollmilch (nicht ultrahocherhitzt, am besten Frischmilch oder Rohmilch)
- 1/4 TL flüssiges Lab, gelöst in 60 ml kaltem Wasser
- 2 EL Joghurt oder Buttermilch als Starterkultur (optional, für mehr Aroma)
- Grobes Meersalz (nicht jodiert) für die Salzlake
- Olivenöl, Thymian, Oregano und schwarze Pfefferkörner zum Einlegen
Zubereitung
- Milch vorbereiten: Die Milch in einem großen Topf auf ca. 32 °C erwärmen. Wer möchte, rührt jetzt den Joghurt als Starterkultur ein und lässt die Milch 30–60 Minuten zugedeckt bei dieser Temperatur reifen.
- Lab hinzufügen: Das aufgelöste Lab einrühren, dabei ca. 1 Minute in Form einer liegenden Acht vorsichtig verteilen. Topf abdecken und 45–60 Minuten ungestört stehen lassen, bis ein fester Bruch entstanden ist, der sich sauber von der Molke löst.
- Käsebruch schneiden: Den Bruch mit einem langen Messer in ca. 2 cm große Würfel schneiden und 10–15 Minuten ruhen lassen, damit weitere Molke austritt.
- Abtropfen: Den Bruch vorsichtig in ein mit Käsetuch ausgelegtes Sieb oder eine Käseform füllen und mehrere Stunden (am besten über Nacht) im Kühlschrank abtropfen lassen, bis er fest und schnittfest ist.
- Salzlake ansetzen: Für die Lake ca. 200 g grobes Meersalz in 1 Liter abgekochtem, abgekühltem Wasser auflösen.
- Käse pökeln: Den abgetropften Käse in Würfel oder Scheiben schneiden und für mindestens 3–5 Tage abgedeckt im Kühlschrank in der Salzlake ziehen lassen. Je länger die Lakenzeit, desto würziger und fester wird der Feta.
- Einlegen: Käsewürfel aus der Lake nehmen, kurz abtropfen lassen und in ein sauberes, sterilisiertes Glas schichten. Mit Olivenöl auffüllen, bis der Käse vollständig bedeckt ist, und mit Thymian, Oregano sowie ein paar Pfefferkörnern verfeinern.
⚠️ Sicherheitshinweis: Feta in Öl gehört – genau wie Kräuteröl mit frischen Kräutern oder Knoblauch – zu den kühlpflichtigen Lebensmitteln. Da Käse in Öl luftdicht (anaerob) eingeschlossen ist, können sich in einer nicht ausreichend sauren oder gesalzenen Umgebung theoretisch Bakterien wie Clostridium botulinum vermehren. Lagere den eingelegten Feta deshalb immer durchgehend im Kühlschrank, verwende ausreichend Salz beim Pökeln und stelle das Glas nie länger als nötig bei Zimmertemperatur ab. Verzehre den Käse innerhalb weniger Wochen und entsorge das Glas bei Trübung, ungewöhnlichem Geruch oder Gasbildung sofort.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
- Milchwahl: Schafs- oder Ziegenmilch ergeben den klassisch würzigen, leicht säuerlichen Feta-Geschmack, mit Kuhmilch wird das Ergebnis milder.
- Lake nicht sparen: Zu wenig Salz macht den Käse nicht nur milder, sondern auch anfälliger für unerwünschte Keime, lieber etwas großzügiger salzen.
- Molke weiterverwenden: Die übrige Molke eignet sich hervorragend zum Brotbacken oder als Basis für Suppen. Du kannst daraus auch Ricotta selber machen.
- Weitere Käse aus der eigenen Küche: Schneller fertig sind Mozzarella selber machen und das einfache Grundrezept für Frischkäse und Quark.
- Passendes Zubehör: Für die Käseherstellung eignet sich ein Käse-selber-machen-Starterset mit Lab (inkl. Rezeptmagazin), zum Einlegen ein stabiles Weck-Einkochglas mit Rundrand und Einkochklammern. Für die genaue Temperaturkontrolle beim Erwärmen der Milch lohnt sich ein ThermoPro digitales Einstichthermometer.
- Termine im Blick behalten: Wann du Thymian, Oregano und andere Kräuter zum Einlegen säst, pflanzt und erntest, findest du übersichtlich in meinem kostenlosen Pflanzkalender.
Haltbarkeit
In der Salzlake hält sich Feta im Kühlschrank mehrere Wochen, in Olivenöl eingelegt und durchgehend gekühlt etwa 3–4 Wochen. Achte darauf, dass der Käse immer vollständig mit Flüssigkeit bedeckt bleibt.
Fazit
Feta selber machen braucht etwas mehr Geduld als Frischkäse oder Mozzarella, dafür entsteht ein würziger, kräftiger Käse ganz nach eigenem Geschmack, verfeinert mit Kräutern aus dem eigenen Garten.
Hast du schon mal Feta selbst hergestellt? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Schreib es mir in die Kommentare!


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