Erdbeerableger richtig pflanzen: Jetzt die Ernte fürs nächste Jahr sichern

Erdbeerableger richtig pflanzen: Jetzt die Ernte fürs nächste Jahr sichern

Ende des Sommers bilden Erdbeerpflanzen lange Ausläufer mit kleinen Jungpflanzen, den sogenannten Ablegern. Wer sie jetzt gezielt einpflanzt, sichert sich kostenlos neue, kräftige Erdbeerpflanzen für die nächste Erntesaison.

Material

  • Kräftige Erdbeerableger mit sichtbaren Wurzelansätzen
  • Kleine Anzuchttöpfe oder Pflanztöpfe (ca. 10–12 cm Durchmesser)
  • Lockere Anzuchterde (nährstoffarm, fördert die Wurzelbildung) oder Blumenerde
  • Eine scharfe Gartenschere
  • Gießkanne

Anleitung

  1. Kräftigsten Ableger auswählen: Am Ausläufer meist den ersten oder zweiten Ableger wählen, dieser ist in der Regel am kräftigsten und hat bereits kleine Wurzelansätze gebildet.
  2. Topf vorbereiten: Anzuchttopf mit Erde füllen und leicht andrücken, eine kleine Mulde für den Ableger formen.
  3. Ableger einsetzen: Den Ableger, noch mit der Mutterpflanze verbunden, direkt in den vorbereiteten Topf mit Erde legen, sodass die Wurzelansätze Bodenkontakt haben. Mit etwas Erde fixieren, ohne ihn vom Ausläufer abzuschneiden.
  4. Fixieren: Bei Bedarf mit einem kleinen Stein, einer Erdbeerklammer oder einem gebogenen Draht andrücken, damit der Ableger nicht wieder hochspringt.
  5. Angießen: Direkt nach dem Einsetzen gut angießen und den Boden in den folgenden Wochen gleichmäßig feucht halten.
  6. Abtrennen: Erst wenn der Ableger nach etwa 3–4 Wochen sichtbar eigene Wurzeln geschlagen hat und kräftig anwächst, den Ausläufer zur Mutterpflanze mit der Gartenschere durchtrennen.
  7. Auspflanzen: Die selbstständige Jungpflanze kann direkt im Topf überwintern oder bei mildem Wetter noch an ihren endgültigen Platz im Beet gesetzt werden.

Pflege nach dem Pflanzen

Junge Erdbeerpflanzen brauchen vor allem in den ersten Wochen regelmäßige Feuchtigkeit, vertragen aber keine Staunässe. Vor dem ersten Frost eine Mulchschicht aus Stroh oder Laub aufbringen, das schützt die Wurzeln über den Winter. Im Frühjahr treiben die Jungpflanzen kräftig aus und tragen meist schon in der ersten vollen Saison Früchte.

⚠️ Wichtig: Vermehre nur Ableger von Pflanzen ohne Anzeichen von Viruskrankheiten, Grauschimmel oder Blattflecken – Krankheiten werden über die Ausläufer direkt an die Jungpflanzen weitergegeben. Bodennah wachsende Erdbeeren wäschst du vor dem Essen immer gründlich, besonders wenn Wildtiere, Hunde oder Katzen Zugang zum Garten haben. Trage bei der Arbeit mit Erde am besten Handschuhe und wasche dir danach die Hände.

Tipps aus der Selbstversorger-Praxis

  • Nicht zu viele Ableger stehen lassen: Zu viele gleichzeitig wachsende Ableger schwächen die Mutterpflanze, am besten pro Pflanze nur 2–3 kräftige Ableger ziehen. Nach der Ernte freuen sich übrigens auch deine Beerensträucher über etwas Pflege.
  • Nur gesunde Mutterpflanzen nutzen: Ableger übernehmen genetisch exakt die Eigenschaften der Mutterpflanze, ideal um bewährte Sorten zu vermehren. Nimm deshalb nur Ableger von gesunden, reich tragenden Pflanzen, damit sich keine Krankheiten oder schwachen Erträge weitervererben. Welche Beerensorten sich für Einsteiger besonders lohnen, liest du im Beitrag Obstbäume & Beerensträucher für Selbstversorger.
  • Alle 3–4 Jahre erneuern: Erdbeerpflanzen lassen im Ertrag mit der Zeit nach, deshalb den Bestand regelmäßig mit frischen Ablegern auffrischen. Wann welche Arbeiten im Beet anstehen, siehst du auf einen Blick in meinem kostenlosen Pflanzkalender.
  • Passendes Zubehör: Zum Einpflanzen eignen sich Anzuchttöpfe aus Kunststoff (10 cm, 20 Stück mit Untersetzer), dazu lockere, nährstoffarme COMPO Bio Anzuchterde, torffrei (10 l).

Fazit

Mit ein paar Minuten Aufwand am Ende des Sommers lässt sich der eigene Erdbeerbestand kostenlos vermehren, und im nächsten Jahr wartet eine noch größere Ernte.

Ziehst du deine Erdbeeren auch über Ableger nach, oder kaufst du lieber neue Pflanzen? Schreib es mir in die Kommentare!


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