Nach dem ersten Herbststurm liegen oft kiloweise Äpfel und Birnen im Gras, und viele landen achtlos auf dem Kompost. Dabei steckt in Fallobst meist noch jede Menge Aroma, das sich mit wenig Aufwand zu Saft, Kompott oder Mus verarbeiten lässt, statt einfach zu verrotten.
Zutaten & Material
- Fallobst (Äpfel, Birnen), so frisch wie möglich aufgesammelt
- Eine Schüssel Wasser mit etwas Essig zum Waschen
- Ein scharfes Messer
- Je nach Verwertungsweg: Entsafter/Dampfentsafter oder Obstpresse, ein Flotte-Lotte-Passiergerät, ein großer Topf
- Flaschen oder Einmachgläser zum Abfüllen
Zubereitung
- Sortieren: Obst nach Zustand trennen, nur leicht angeschlagene oder druckstellige Früchte für die Weiterverarbeitung verwenden. Stark faules, schimmliges oder von Schädlingen befallenes Obst gehört tatsächlich auf den Kompost, nicht in den Topf.
- Waschen und zuschneiden: Obst gründlich waschen, faule oder madige Stellen großzügig wegschneiden, gesunde Reste weiterverwenden.
- Verwertungsweg wählen: Je nach Menge und Zeit eignet sich einer der folgenden drei Wege (Schritt 4, 5 oder 6) besonders gut – du musst also nicht alle nacheinander durchführen.
- Weg 1 – Saft oder Most pressen: Obst grob zerkleinern und mit einem Dampfentsafter oder einer Obstpresse zu Saft verarbeiten. Der Saft lässt sich heiß in Flaschen abfüllen oder direkt frisch genießen.
- Weg 2 – Kompott oder Chutney kochen: Zerkleinertes Obst mit etwas Wasser, Zucker und Gewürzen (z. B. Zimt, Ingwer) weich köcheln, bis eine dickliche Masse entsteht, heiß bis etwa 1 cm unter den Rand in Gläser füllen und im Wasserbad bei 90 °C 30 Minuten einkochen.
- Weg 3 – Mus passieren: Weich gekochtes Obst durch eine Flotte Lotte passieren, um Kerngehäuse und Schale abzutrennen, das fertige Mus wie gewohnt einkochen (ausführliche Anleitung siehe unten).
⚠️ Wichtig: Schimmlige oder stark faulige Früchte können das Schimmelpilzgift Patulin enthalten, das sich im Fruchtfleisch verteilt und beim Kochen nicht zerstört wird – solche Früchte gehören deshalb nie in Saft, Mus oder Kompott. Fallobst wäschst du besonders gründlich, weil es mit Erde und Tierkot in Kontakt war. Achte beim Aufsammeln außerdem auf Wespen, die gern in angefressenen Früchten sitzen, und trage am besten Handschuhe.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
- Ausführliche Rezepte nutzen: Für die klassischen Verwertungswege gibt es bereits fertige Schritt-für-Schritt-Anleitungen: Apfelmus einkochen, Apfelgelee einkochen und Birnen einkochen.
- Mischen erlaubt: Äpfel und Birnen lassen sich in den meisten Rezepten problemlos mischen, das ergibt oft ein besonders rundes Aroma.
- Schnell verarbeiten: Fallobst verdirbt schneller als gepflücktes Obst, am besten innerhalb weniger Tage nach dem Aufsammeln verarbeiten oder kühl lagern.
- Passendes Zubehör: Zum Entsaften eignet sich ein KADAX Dampfentsafter aus Edelstahl (8 l, Glasdeckel), für größere Mengen eine SQUEEZE master Obstpresse 12 l (Holz). Zum Passieren von Mus und Kompott bewährt sich die Flotte Lotte Passiermühle, zum Abfüllen von Saft Glasflaschen mit Bügelverschluss zum Befüllen (250/500/1000 ml wählbar).
- Termine im Blick behalten: Wann du Obstbäume pflanzt, schneidest und Äpfel und Birnen erntest, findest du übersichtlich in meinem kostenlosen Pflanzkalender.
Haltbarkeit
Heiß abgefüllter und gut verschlossener Saft sowie im Wasserbad eingekochtes Kompott oder Mus halten sich an einem kühlen, dunklen Ort etwa 6–12 Monate. Nach dem Öffnen jeweils im Kühlschrank aufbewahren und zeitnah verbrauchen.
Fazit
Fallobst muss nicht auf dem Kompost enden: Mit etwas Sortierarbeit und einem passenden Rezept wird aus vermeintlichem Abfall ein aromatischer Vorrat für die kalte Jahreszeit.
Wie verwertest du dein Fallobst am liebsten – gepresst, gekocht oder passiert? Schreib es mir in die Kommentare!


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