Jeden Herbst fallen im Garten säckeweise Blätter an, und viele bringen sie zur Grüngutsammlung. Dabei ist Laub ein echter Schatz: Aus ihm entsteht Lauberde, eine lockere, humusreiche Erde, die Gärtner früher „schwarzes Gold“ nannten. Sie verbessert jeden Boden, eignet sich hervorragend als Mulch und für Anzuchterde. Mit einem einfachen Laubkompost machst du aus deinem Herbstlaub kostenlosen Bodenverbesserer für das nächste Gartenjahr.
Welches Laub eignet sich?
- Gut geeignet: Laub von Obstbäumen, Ahorn, Linde, Birke, Hainbuche, Esche und Haselnuss. Es zersetzt sich innerhalb von 6–12 Monaten.
- Nur gemischt oder zerkleinert: Eiche, Buche, Walnuss, Platane und Kastanie enthalten viel Gerbsäure oder sind sehr zäh. Sie brauchen bis zu 2–3 Jahre. Gehäckselt und mit anderem Laub gemischt geht es deutlich schneller. Eichenlaub-Kompost ist leicht sauer und ideal für Heidelbeeren und Rhododendren.
- Nicht geeignet: Laub von Straßenbäumen (Streusalz, Abgase) und Blätter mit starkem Pilzbefall wie Apfelschorf, Sternrußtau bei Rosen oder befallenes Kastanienlaub (Miniermotte). Diese Blätter gehören in die Biotonne.
Material
- Ein Laubbehälter, zum Beispiel ein ESTEXO Drahtkomposter aus Metall (90 × 90 × 70 cm), alternativ ein selbstgebauter Ring aus Maschendraht
- Zum Zerkleinern ein Einhell Laubsauger GC-EL 3024 E mit Häckselfunktion oder einfach der Rasenmäher
- Stickstoffquelle: Rasenschnitt, Gemüsereste, Hornspäne oder ein Kompoststarter wie Neudorff Radivit Kompost-Beschleuniger
- Ein Bosmere Kompostbelüfter oder eine Grabegabel zum Umsetzen
- Laubrechen, Gießkanne und ein paar Schaufeln reifer Kompost oder Gartenerde
So setzt du Blattkompost an
- Standort wählen: Stell den Laubbehälter an einen halbschattigen, windgeschützten Platz direkt auf den offenen Boden. So können Regenwürmer und Bodenlebewesen von unten einwandern.
- Laub sammeln: Reche das Laub bei trockenem Wetter zusammen und sortiere kranke Blätter und Straßenlaub aus.
- Zerkleinern: Fahre mit dem Rasenmäher über das Laub oder sauge es mit einem Laubsauger mit Häckselfunktion auf. Zerkleinertes Laub verrottet zwei- bis dreimal so schnell und verklebt nicht.
- Schichten: Fülle das Laub in 20–30 cm dicken Lagen ein. Streue zwischen die Lagen jeweils eine dünne Schicht Rasenschnitt, eine Handvoll Hornspäne oder etwas Kompoststarter und ein, zwei Schaufeln reifen Kompost oder Gartenerde. Das bringt Stickstoff und Mikroorganismen hinein.
- Anfeuchten: Trockenes Laub gießt du beim Einschichten gut an. Es sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm, feucht, aber nicht nass.
- Abdecken: Deck den Haufen oben mit einer dünnen Schicht Erde, Rasenschnitt oder einem Jutesack ab. So verweht nichts und die Feuchtigkeit bleibt drin.
- Umsetzen: Setze den Laubkompost im Frühjahr einmal um oder lockere ihn mit dem Kompostbelüfter auf. Trockene Stellen dabei nachgießen.
- Ernten: Nach 6–12 Monaten ist aus dem Laub eine krümelige, dunkle Masse geworden, die nach Waldboden riecht. Grobe Reste siebst du ab und gibst sie auf den nächsten Haufen.
⚠️ Wichtig: Verwende kein Laub von kranken Pflanzen, denn Pilzsporen wie Apfelschorf oder Sternrußtau können im Laubkompost überdauern und landen sonst wieder im Beet. Trag beim Rechen, Umsetzen und Sieben Handschuhe, denn in feuchtem Laub stecken oft Schimmelsporen und Bakterien. Wenn du empfindlich auf Schimmel reagierst, befeuchte das Laub vor dem Umsetzen leicht, damit weniger Staub aufwirbelt. Schau vor dem Umsetzen außerdem nach, ob Igel im Haufen überwintern.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
- Laubsack-Methode: Wenig Platz? Fülle feuchtes, zerkleinertes Laub in stabile Müllbeutel, stich ein paar Löcher hinein und stell sie an einen schattigen Ort. Nach einem Jahr hast du feine Lauberde.
- Nicht alles wegräumen: Lass unter Hecken und Sträuchern eine Laubschicht liegen. Sie schützt den Boden, nährt das Bodenleben und bietet Igeln und Nützlingen ein Winterquartier.
- Laub als Mulch: Frisches, zerkleinertes Laub kannst du im Herbst direkt als Winterschutz auf abgeerntete Beete und zwischen Beerensträucher legen. Mehr dazu in Beerensträucher nach der Ernte pflegen.
- Getrennt vom Hauptkompost: Laub verrottet anders als Küchenabfälle, nämlich vor allem durch Pilze und langsamer. Ein eigener Laubhaufen neben dem normalen Kompost ist deshalb ideal. Wie der Hauptkompost schneller reif wird, liest du in Kompost schneller reifen lassen.
- Lauberde verwenden: Halbreife Lauberde ist ein perfekter Mulch. Fein gesiebte, reife Lauberde mischst du mit Sand und Kompost zu Anzuchterde oder verwendest sie beim Befüllen des Hochbeets.
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Fazit
Blattkompost ist die einfachste Art, aus dem Herbstlaub einen wertvollen Rohstoff zu machen. Mit einem Drahtkorb, etwas Stickstoff und Feuchtigkeit entsteht in einem Jahr lockere Lauberde, die deinen Boden verbessert, ohne dass du Säcke mit Erde kaufen musst. So schließt sich der Kreislauf im eigenen Garten.
Was machst du mit deinem Herbstlaub? Hast du schon einmal Lauberde selbst hergestellt? Schreib es mir in die Kommentare!


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