Senf selbst herzustellen ist unkompliziert und lässt sich genau auf deinen eigenen Geschmack abstimmen, von mild bis extra scharf, je nachdem, wie du ihn verarbeitest. Du brauchst nur drei Grundzutaten, nämlich Senfkörner, Essig und Wasser (Salz und Zucker sind optionale Gewürze), dazu etwas Geduld beim Einweichen und Reifen.
Zutaten (für ca. 1 kleines Glas)
- 50 g gelbe Senfkörner (mild)
- 20 g braune oder schwarze Senfkörner (schärfer)
- 100 ml Essig
- 50 ml Wasser
- Optional zum Würzen: 1 TL Salz, 1 TL Zucker
Material
- Eine Schüssel oder ein Glas zum Einweichen
- Ein Mixer oder ein Relaxdays Granit Mörser mit Stößel
- Kleine CapCro Einmachgläser mit Twist-off-Deckel
Zubereitung
- Einweichen: Die Senfkörner in Essig und Wasser einweichen, mindestens 24 Stunden, besser 48 Stunden.
- Würzen: Nach Wunsch Salz und Zucker zu den eingeweichten Körnern geben.
- Zerkleinern: Alles im Mixer oder Mörser zerkleinern. Je länger du mixt, desto feiner und cremiger wird der Senf. Wer stückigen, groben Senf mag, mixt entsprechend kürzer. Die Schärfe steuerst du vor allem über die Wahl der Körner und die Temperatur des Einweichwassers.
- Abfüllen: Den Senf in ein sauberes Glas füllen und gut verschließen.
- Reifen lassen: Den Senf einige Tage im Kühlschrank reifen lassen, bevor du ihn verwendest.
⚠️ Wichtig: Senf gehört zu den 14 Hauptallergenen. Wenn du deinen Senf verschenkst oder für Gäste verwendest, weise deshalb darauf hin. Beim Mixen der eingeweichten Körner werden scharfe Senföle frei, die Augen und Schleimhäute reizen können, beug dich also nicht direkt über den offenen Mixer. Fülle den Senf nur in saubere, heiß ausgespülte Gläser und entsorge ihn, wenn sich Schimmel bildet oder er unangenehm riecht.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
- Nicht zu früh urteilen: Direkt nach der Herstellung schmeckt Senf oft unangenehm scharf und leicht bitter. Das legt sich nach einigen Tagen Reifezeit im Kühlschrank von selbst. Viele Erstversuche unterschätzen diesen Effekt und halten den Senf vorschnell für misslungen.
- Schärfegrad steuern: Mehr gelbe Körner = milder. Mehr braune/schwarze Körner = schärfer. Heißes statt kaltes Einweichwasser reduziert die Schärfe, weil es einen Teil der schärfegebenden Enzyme zerstört.
- Essig variieren: Apfelessig macht den Senf fruchtig, Weißweinessig klassisch-französisch. Für einen süßen Senf ersetzt du den Zucker durch Honig.
- Kräuter dazu: Getrockneter Estragon oder Dill geben deinem Senf eine eigene Note. Frische Gartenkräuter kannst du dafür auch richtig einfrieren und bei Bedarf entnehmen.
- Weiterverwenden: Ein Teelöffel deines Senfs stabilisiert selbstgemachte Mayonnaise und gibt ihr Würze.
- Kräuter für den Senf selbst ziehen: Dill und Estragon für deinen Kräutersenf wachsen problemlos im Beet oder im Topf auf dem Balkon. Wann du sie säst, pflanzt und erntest, findest du übersichtlich in meinem kostenlosen Pflanzkalender.
Haltbarkeit
In einem sauberen, verschlossenen kleinen Einmachglas mit Twist-off-Deckel ist dein Senf im Kühlschrank mehrere Wochen bis Monate haltbar. Der Essiganteil wirkt konservierend. Nimm den Senf immer mit einem sauberen Löffel aus dem Glas.
Fazit
Mit drei Grundzutaten und etwas Geduld stellst du deinen eigenen Senf her, genau so scharf, wie du ihn magst. Gib ihm ein paar Tage Reifezeit, dann hast du einen würzigen Vorrat für mehrere Wochen bis Monate.
Magst du deinen Senf lieber mild und fein oder grob und richtig scharf? Schreib es mir in die Kommentare!


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