Wenn im Spätsommer mehr Tomaten reif werden, als du essen kannst, ist Trocknen eine der besten Methoden, um die Ernte haltbar zu machen. Getrocknete Tomaten schmecken intensiv, fast süßlich, und brauchen kaum Platz im Vorratsregal. Du kannst sie pur knabbern, in Pasta und Eintöpfen verwenden oder mit Kräutern in Öl einlegen. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Tomaten im Dörrautomaten oder Backofen richtig trocknest und sicher lagerst.
Zutaten
- 2 kg reife, feste Tomaten – am besten fleischige Sorten wie Roma oder San Marzano
- 1 bis 2 TL Salz
- Optional: getrockneter Oregano, Thymian oder Basilikum
- Optional zum Einlegen: Olivenöl, frische Kräuter und Knoblauch
Material
- COSORI Dörrautomat aus Edelstahl – alternativ ein Backofen mit Umluft
- Scharfes Messer und Schneidebrett
- Teelöffel zum Auskratzen der Kerne
- ERUIV Frischhaltedosen aus Glas für die trockene Lagerung
- CapCro Twist-off-Einmachgläser für Tomaten in Öl
Anleitung: Tomaten Schritt für Schritt trocknen
- Tomaten auswählen: Nimm nur reife, unbeschädigte Früchte ohne faule Stellen. Fleischige Sorten mit wenig Saft trocknen schneller und ergeben mehr Ertrag.
- Waschen und halbieren: Wasche die Tomaten, tupfe sie trocken und entferne den Stielansatz. Halbiere kleine Tomaten längs, größere schneidest du in Viertel oder etwa 1 cm dicke Scheiben.
- Kerne entfernen: Kratze die Kerne und den flüssigen Saft mit einem Teelöffel heraus. So verkürzt sich die Trockenzeit deutlich.
- Salzen und würzen: Lege die Tomaten mit der Schnittfläche nach oben auf die Gitter und streue etwas Salz und nach Wunsch getrocknete Kräuter darüber. Das Salz zieht zusätzlich Wasser heraus.
- Im Dörrautomaten trocknen: Stelle den Dörrautomaten auf 55 bis 60 °C ein. Je nach Größe dauert das Trocknen 8 bis 12 Stunden. Tausche die Gitter zwischendurch, damit alles gleichmäßig trocknet.
- Alternativ im Backofen: Lege die Tomaten auf ein mit Backpapier belegtes Gitter und trockne sie bei 70 bis 80 °C Umluft. Klemme einen Holzlöffel in die Ofentür, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Rechne mit 6 bis 10 Stunden.
- Garprobe machen: Fertig sind die Tomaten, wenn sie ledrig und biegsam sind, aber nicht mehr klebrig. Beim Zusammendrücken darf keine Feuchtigkeit austreten. Prüfe gegen Ende regelmäßig, da kleinere Stücke früher fertig sind.
- Abkühlen und nachtrocknen: Lass die Tomaten vollständig abkühlen und fülle sie dann locker in ein Glas. Schüttle das Glas eine Woche lang täglich. Bildet sich Kondenswasser, müssen die Tomaten noch einmal in den Dörrautomaten.
⚠️ Sicherheitshinweis: Selbst eingelegte Tomaten in Öl sind nicht unbegrenzt haltbar. Unter Öl ist kein Sauerstoff, und gerade frischer Knoblauch und frische Kräuter können dort gefährliche Botulismus-Bakterien begünstigen. Lege deshalb nur vollständig durchgetrocknete Tomaten ein, bewahre das Glas im Kühlschrank auf und verbrauche den Inhalt innerhalb von etwa zwei Wochen. Wirkt das Öl trüb, riecht es unangenehm, bilden sich Bläschen oder wölbt sich der Deckel, entsorgst du den gesamten Inhalt.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
Die letzten Tomaten nutzen: Gerade im Herbst bleiben oft viele kleine oder nicht ganz perfekte Früchte übrig. Wie du die Saison sinnvoll abschließt, liest du in Letzte Tomaten richtig ernten. Weiche Tomaten verarbeitest du besser zu einem Tomaten-Chutney.
Kräuter gleich mittrocknen: Wenn der Dörrautomat ohnehin läuft, kannst du auf einer unteren Etage Oregano oder Thymian mittrocknen – sie brauchen allerdings weniger Zeit. Mehr dazu findest du in Kräuter richtig trocknen.
Tomatenpulver als Bonus: Sehr trocken gewordene, brüchige Stücke mahlst du einfach zu Tomatenpulver. Es würzt Soßen, Suppen und Brotteig und hält sich luftdicht lange. Weitere Ideen rund ums Dörren findest du in meinem Grundlagenbeitrag Trocknen und Dörren.
Die richtige Sorte anbauen: Wer gezielt zum Trocknen anbaut, setzt auf Flaschentomaten mit festem Fruchtfleisch. Wann du sie vorziehen und auspflanzen kannst, zeigt dir mein kostenloser Pflanzkalender.
Haltbarkeit
Vollständig getrocknete Tomaten halten sich luftdicht verschlossen, kühl und dunkel gelagert etwa 6 bis 12 Monate. Im Gefrierfach bleiben sie sogar noch länger aromatisch. In Öl eingelegte Tomaten gehören in den Kühlschrank und sollten innerhalb von etwa zwei Wochen verbraucht werden. Zeigen sich Schimmel, dunkle feuchte Flecken oder ein muffiger Geruch, entsorgst du das ganze Glas.
Fazit
Tomaten zu trocknen ist einfach und lohnt sich besonders bei einer großen Ernte. Mit fleischigen Sorten, entfernten Kernen und gleichmäßiger Wärme bekommst du aromatische Stücke, die monatelang halten. Entscheidend ist, dass die Tomaten wirklich durchgetrocknet sind, bevor sie ins Glas kommen. So hast du das Sommeraroma deines Gartens den ganzen Winter über griffbereit.
Trocknest du deine Tomaten lieber im Dörrautomaten oder im Backofen, und wofür verwendest du sie am liebsten? Schreib es mir in die Kommentare!


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