Tomatenmark selber machen: Konzentrierter Geschmack aus Tomaten

Glas mit selbst gemachtem Tomatenmark neben reifen Tomaten und Basilikum

Wenn im Spätsommer die Tomaten schneller reifen, als du sie essen kannst, ist selbst gemachtes Tomatenmark eine der besten Möglichkeiten, die Ernte zu verwerten. Durch langes, langsames Einkochen verdampft fast das ganze Wasser – zurück bleibt eine dicke, tiefrote Paste mit intensivem, leicht süßlichem Tomatengeschmack. Ein Löffel davon gibt Soßen, Suppen und Eintöpfen eine Würze, die kein gekauftes Tomatenmark erreicht. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Tomatenmark Schritt für Schritt selbst herstellst und sicher aufbewahrst.

Zutaten

Für etwa 300 bis 400 g Tomatenmark:

  • 3 kg reife, aromatische Tomaten – am besten fleischige Sorten wie Roma, San Marzano oder Ochsenherz
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Olivenöl
  • Optional: 1 EL Zitronensaft für eine frischere Note

Material

Anleitung: Tomatenmark Schritt für Schritt

  1. Tomaten vorbereiten: Wasche die Tomaten, entferne Stielansätze und schadhafte Stellen und schneide sie in grobe Stücke. Nur einwandfreie, vollreife Früchte verwenden.
  2. Weich kochen: Gib die Tomaten in einen großen Topf und lass sie bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln, bis sie ganz zerfallen. Rühre dabei gelegentlich um.
  3. Passieren: Streiche die weichen Tomaten portionsweise durch die Flotte Lotte. So bleiben Haut und Kerne zurück, und du erhältst ein glattes Tomatenpüree.
  4. Einkochen auf dem Herd: Gib das Püree mit dem Salz in einen breiten Topf und lass es ohne Deckel bei kleiner bis mittlerer Hitze einkochen. Je breiter der Topf, desto schneller verdampft das Wasser. Rechne mit 2 bis 3 Stunden.
  5. Alternativ im Backofen: Schneller und ohne Anbrennen geht es im Ofen: Verteile das eingedickte Püree auf einem tiefen Backblech und lass es bei 120 °C Umluft 2 bis 3 Stunden weiter eindicken. Streiche es alle 30 Minuten mit dem Schaber um.
  6. Konsistenz prüfen: Das Tomatenmark ist fertig, wenn es dunkelrot, glänzend und so dick ist, dass ein Löffel darin stehen bleibt. Gegen Ende häufiger rühren, denn jetzt brennt es leicht an.
  7. Abschmecken: Rühre das Olivenöl und nach Wunsch den Zitronensaft unter und lass das Mark abkühlen.
  8. Portionieren: Fülle einen Teil in kleine, saubere Gläser und bedecke die Oberfläche mit einer dünnen Schicht Olivenöl. Den Rest streichst du in die Eiswürfelform und frierst ihn ein.

⚠️ Sicherheitshinweis: Selbst gemachtes Tomatenmark ist nicht so lange haltbar wie gekauftes. Die dicke Masse wird beim Einkochen im Glas nicht gleichmäßig durcherhitzt, deshalb empfehle ich, sie nicht ungekühlt im Vorratsregal zu lagern, sondern im Kühlschrank oder Gefrierfach. Verwende für jede Entnahme einen sauberen Löffel. Spritzt die heiße Masse beim Einkochen, hältst du Abstand und rührst mit einem langen Holzlöffel.

Tipps aus der Selbstversorger-Praxis

Die richtigen Tomaten wählen: Fleischtomaten mit wenig Saft liefern deutlich mehr Mark und verkürzen die Einkochzeit. Auch die letzten Tomaten der Saison eignen sich gut – wie du sie noch richtig nutzt, liest du in Letzte Tomaten richtig ernten.

Tomatenernte vielseitig verwerten: Neben Tomatenmark kannst du deine Tomaten auch trocknen oder zu einem würzigen Chutney verarbeiten. Die Anleitungen findest du in Tomaten richtig trocknen und Tomaten-Chutney einkochen.

Mit Kräutern verfeinern: Für ein italienisches Kräuter-Tomatenmark gibst du in der letzten halben Stunde getrockneten Oregano oder Thymian dazu. Frische Kräuter frierst du am besten getrennt ein, wie in Kräuter richtig einfrieren.

Mehr Tomaten im nächsten Jahr: Wenn du gezielt für Tomatenmark anbaust, setze auf ertragreiche Flaschentomaten und geize sie regelmäßig aus – mehr dazu in Tomaten richtig ausgeizen. Wann du sie vorziehen kannst, zeigt dir mein kostenloser Pflanzkalender.

Haltbarkeit

Im Kühlschrank hält sich Tomatenmark unter einer dünnen Ölschicht etwa zwei bis drei Wochen. Erneuere die Ölschicht nach jeder Entnahme. Eingefroren in der Eiswürfelform und anschließend in einer gut verschlossenen Dose hält es 6 bis 12 Monate – du kannst jeden Würfel direkt gefroren in den Topf geben. Zeigt sich Schimmel, riecht das Mark säuerlich-gärig oder ist der Deckel gewölbt, entsorgst du das ganze Glas.

Fazit

Tomatenmark selber zu machen braucht Zeit, aber kaum Arbeit: Tomaten weich kochen, passieren und geduldig einkochen lassen. Aus drei Kilo Tomaten entsteht ein kleines, aber unglaublich aromatisches Glas, das jede Soße aufwertet. Portionsweise eingefroren hast du den Sommergeschmack deiner Ernte das ganze Jahr griffbereit.

Wofür verwendest du Tomatenmark am liebsten – für Soßen, Suppen oder Eintöpfe? Schreib es mir in die Kommentare!


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