Ohne Nahrung überleben Menschen wochenlang, ohne Wasser nur wenige Tage. Deshalb steht Wasser bei jeder Krisenvorsorge an erster Stelle – noch vor Lebensmitteln. Trotzdem wird es oft vernachlässigt, weil es „ja immer aus dem Hahn kommt“.
Wie viel Wasser wirklich nötig ist
Das BBK empfiehlt 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag, plus zusätzliches Wasser für Hygiene und Kochen – in der Praxis rechnet man mit 3–5 Litern pro Person und Tag insgesamt. Für einen 10-Tage-Vorrat und einen 2-Personen-Haushalt sind das schnell 60–100 Liter.
Wasser richtig lagern
- Lebensmittelechte Wasserkanister oder Flaschen verwenden, kein alter Industriebehälter
- Dunkel und kühl lagern, direktes Sonnenlicht fördert Algen- und Keimwachstum
- Original verschlossenes Wasser hält faktisch unbegrenzt, geöffnetes/selbst abgefülltes alle 6–12 Monate austauschen
Warum selbst abgefülltes Wasser irgendwann eklig wird
Auch sauber abgefülltes Leitungswasser ist nicht keimfrei. Über Wochen und Monate können sich Restkeime langsam vermehren, das Wasser bekommt einen abgestandenen Geschmack oder wird trüb. Wasserentkeimungstabletten auf Silberionen-Basis, direkt beim Abfüllen zugegeben, schützen mehrere Monate vor Wiederverkeimung und verhindern genau das, ganz ohne den Geschmack stark zu verändern.
Wasserfilter und Aufbereitung
Für den Fall, dass gelagertes Wasser aufgebraucht ist, gibt es drei gängige Methoden, Wasser aus anderen Quellen trinkbar zu machen:
- Abkochen: Einfachste, zuverlässigste Methode gegen Keime – mindestens 1 Minute sprudelnd kochen
- Mechanische Filter (z. B. Hohlfasermembran): Entfernen Bakterien und Parasiten, aber nicht alle Viren oder Chemikalien – ein tragbarer Wasserfilter nutzt genau dieses Prinzip und filtert mehrere tausend Liter
- Entkeimungstabletten: Praktisch für unterwegs, wirken aber langsamer als Abkochen
Was bei Trinkwasserausfall zu tun ist
Bei einer offiziellen Warnung (z. B. über die NINA-App des BBK) grundsätzlich kein Leitungswasser mehr trinken oder zum Kochen verwenden, bis Entwarnung gegeben wird – auch abgekochtes Wasser kann bei bestimmten Verunreinigungen (z. B. Chemikalien) problematisch bleiben.
⚠️ Sicherheitshinweis: Regenwasser, Bach- oder Teichwasser ist ohne Aufbereitung kein Trinkwasser – es kann Keime, Parasiten und Schadstoffe von Dächern oder Feldern enthalten. Filter und Abkochen entfernen Krankheitserreger, aber keine Chemikalien, Schwermetalle oder Pestizide. Fülle Trinkwasser nur in lebensmittelechte, gründlich gereinigte Behälter und halte dich bei Entkeimungstabletten genau an Dosierung und Einwirkzeit.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
Praktischer Tipp zum Einstieg: Wer klein anfangen will, kauft 6–10-Liter-Kanister im Baumarkt, befüllt sie mit Leitungswasser, beschriftet sie und lagert sie im Keller oder Vorratsraum. Das kostet unter 20 Euro und deckt bereits einen Großteil des Bedarfs für einige Tage ab.
- Austauschtermin notieren: Schreib das Abfülldatum direkt auf den Kanister und trag dir den Wechsel in den Kalender ein. Das alte Wasser nutzt du zum Gießen oder Putzen, so geht nichts verloren.
- Regenwasser als Brauchwasser nutzen: Für Toilettenspülung, Putzen und Garten brauchst du kein Trinkwasser. Eine Regentonne entlastet deinen Vorrat spürbar. Wie du Regenwasser sammelst, zeige ich dir im Beitrag Regenwasser im Garten nutzen.
- Badewanne bei Vorwarnung füllen: Kommt eine Warnung vor Wasser- oder Stromausfall rechtzeitig, füllst du Badewanne und große Töpfe als zusätzliches Brauchwasser.
- Wasser beim Kochen mitdenken: Nudeln und Reis brauchen viel Wasser. Plane für den Notfall auch Lebensmittel ein, die wenig oder kein Wasser benötigen. Mehr dazu unter Vorrat für 14 Tage anlegen.
- Gießwasser clever einplanen: Frisch gesätes und gepflanztes Gemüse braucht am meisten Wasser. Wann du was säst, pflanzt oder erntest, findest du übersichtlich in meinem kostenlosen Pflanzkalender – so kannst du deinen Regenwasservorrat gezielt einsetzen.
Fazit
Wasser ist die Basis jeder Vorsorge und lässt sich mit wenig Aufwand einlagern. Mit lebensmittelechten Kanistern, einem festen Austauschrhythmus und einer Möglichkeit zur Aufbereitung bist du für einen Ausfall gut vorbereitet. Fang klein an, schon ein paar Kanister im Keller machen einen großen Unterschied.
Wie viel Wasser hast du zu Hause auf Vorrat? Schreib es mir in die Kommentare!


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