Tiefdunkel, herb-fruchtig und intensiver im Geschmack als das helle Pendant: Gelee aus schwarzen Johannisbeeren (Cassis) ist eines der aromatischsten Gelees überhaupt. Der hohe Pektin- und Säuregehalt der schwarzen Beeren macht das Gelieren besonders unkompliziert. Weil nur der Saft verwendet wird, eignen sich auch überreife oder angedrückte Beeren vom Strauch.
Zutaten (je nach Saftmenge für ca. 6–7 Gläser à 250 ml)
- 1,5 kg schwarze Johannisbeeren (auch überreife oder leicht angedrückte Beeren geeignet)
- 250 ml Wasser
- Gelierzucker 1:1 (Menge richtet sich nach der gewonnenen Saftmenge)
- 1 Bio-Zitrone (Saft, optional, falls die Beeren wenig Säure haben)
Material
- Ein großer Topf, zum Beispiel der KADAX Einkochtopf aus Emaille (15 l)
- Ein Passiertuch aus Baumwolle und ein großes Sieb
- CapCro Einmachgläser mit Twist-off-Deckel
- Einmach-Zubehörset mit Einfülltrichter und Glasheber
- Messbecher, Schöpfkelle und ein kleiner, kalter Teller für die Gelierprobe
Zubereitung
- Beeren waschen: Johannisbeeren waschen, dabei müssen sie nicht von den Rispen befreit werden – die Stiele bleiben im Kochsud und werden später abgeseiht.
- Aufkochen: Mit dem Wasser aufkochen und bei mittlerer Hitze 15–20 Minuten köcheln lassen, bis die Beeren aufgeplatzt sind und ihren Saft abgegeben haben.
- Saft abtropfen lassen: Die Masse durch ein mit einem Passiertuch ausgelegtes Sieb abtropfen lassen – am besten über Nacht, ohne zu drücken, damit das Gelee klar bleibt.
- Saft abmessen und aufkochen: Den gewonnenen Saft abmessen und mit gleicher Menge Gelierzucker 1:1 sowie bei Bedarf dem Zitronensaft aufkochen.
- Sprudelnd kochen und Gelierprobe machen: Nach Packungsangabe (meist 3–4 Minuten) sprudelnd kochen, Gelierprobe machen. Dafür einen Teelöffel Gelee auf den kalten Teller geben: Wird er nach einer Minute fest, ist das Gelee fertig.
- Abfüllen und verschließen: Schaum abschöpfen und das Gelee kochend heiß bis etwa 1 cm unter den Rand in saubere Twist-off-Gläser füllen und sofort verschließen. Für eine längere Haltbarkeit die Gläser anschließend 10–15 Minuten bei 90 °C im Wasserbad einkochen. Ein Umdrehen der Gläser ist nicht nötig.
- Abkühlen lassen: Die Gläser bei Zimmertemperatur langsam abkühlen lassen. Dabei ziehen sich die Deckel nach innen und das Gelee wird fest.
⚠️ Wichtig: Überreife oder angedrückte Beeren sind in Ordnung, schimmelige oder gärig riechende Beeren sortierst du aber konsequent aus. Fülle das Gelee nur in saubere, heiß ausgespülte Gläser mit einwandfreien Deckeln. Gläser mit gewölbtem oder losem Deckel, Schimmel oder gärigem Geruch entsorgst du komplett, ohne zu probieren.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
- Weniger Zucker möglich: Schwarze Johannisbeeren enthalten von Natur aus viel Pektin – bei sehr reifen Früchten reicht oft schon Gelierzucker 2:1, dann wird das Gelee etwas weniger süß.
- Das richtige Tuch: Ein feines Baumwoll-Passiertuch erleichtert das saubere Abtropfen erheblich.
- Kleine Gläser wählen: Kleine CapCro Gelee-Gläser mit Twist-off-Deckel eignen sich am besten und bringen die dunkle Farbe schön zur Geltung.
- Reste verwerten: Die abgetropften Beerenreste (Trester) eignen sich noch für einen Fruchtaufstrich oder als Zugabe zum Kompost.
- Saft schneller gewinnen: Bei großen Mengen lohnt sich eine Obstpresse. Der Saft wird dann allerdings etwas trüber als beim langsamen Abtropfen.
- Lieber mit Fruchtstücken? Dann probier meine Schwarze Johannisbeermarmelade. Wer ein milderes, goldenes Gelee möchte, kocht als Nächstes Apfelgelee.
- Termine im Blick behalten: Wann du Johannisbeersträucher pflanzt, schneidest oder erntest, findest du übersichtlich in meinem kostenlosen Pflanzkalender.
Haltbarkeit
Ungeöffnet und kühl, dunkel gelagert hält sich Cassis-Gelee mit Gelierzucker etwa 12 Monate. Nach dem Öffnen gehört das Glas in den Kühlschrank und sollte innerhalb von 3–4 Wochen aufgebraucht werden. Mit Gelierzucker 2:1 verkürzt sich die Haltbarkeit etwas. Zeigt ein Glas Schimmel, einen gewölbten oder losen Deckel oder riecht es gärig, entsorgst du den gesamten Inhalt.
Fazit
Cassis-Gelee braucht vor allem Geduld beim Abtropfen, der Rest ist schnell erledigt. Du bekommst ein klares, tiefdunkles Gelee mit kräftigem Aroma, das auf Brot, zu Wild oder Käse und als selbstgemachtes Geschenk gleichermaßen überzeugt.
Hast du schon mal Gelee aus schwarzen Johannisbeeren gekocht? Wofür verwendest du es am liebsten? Schreib es mir in die Kommentare!


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