Gemüsebrühepulver aus dem Supermarkt enthält oft Geschmacksverstärker, Hefeextrakt und viel Salz. Selbstgemacht besteht es nur aus Gemüse, Kräutern und Salz, schmeckt intensiver und verwertet Gemüsereste, die sonst im Kompost landen würden. Getrocknet und fein gemahlen hält sich das Pulver monatelang im Vorratsschrank und lässt sich für Suppen, Saucen, Reis und Eintöpfe einsetzen.
Zutaten (für ca. 1 großes Glas, etwa 150–200 g Pulver)
- 500 g Karotten
- 300 g Sellerieknolle
- 2 Stangen Lauch
- 1 Petersilienwurzel oder Pastinake (optional)
- 2 Zwiebeln
- 3 Knoblauchzehen
- 1 großes Bund Petersilie
- Nach Belieben: Liebstöckel, Thymian, Majoran
- Etwa 30–40 g unjodiertes Meersalz
Zubereitung
- Gemüse vorbereiten: Alles gründlich waschen, Karotten und Sellerie schälen, Lauch von Erde befreien. Gemüse in möglichst gleichmäßige, dünne Scheiben oder kleine Würfel (ca. 3–5 mm) schneiden, damit es gleichmäßig trocknet.
- Zwiebeln und Knoblauch schneiden: Beides ebenfalls in dünne Scheiben schneiden, sie enthalten viel Wasser und brauchen etwas länger.
- Kräuter vorbereiten: Blätter von den Stielen zupfen und grob hacken. Kräuter trocknen deutlich schneller als Gemüse, daher getrennt auf ein eigenes Sieb legen.
- Trocknen: Das Gemüse auf den Sieben des Dörrautomaten ohne Überlappung verteilen und bei ca. 55–60 °C trocknen, bis es spröde bricht und keine Restfeuchte mehr spürbar ist (je nach Sorte 6–10 Stunden). Kräuter bei ca. 40 °C trocknen. Alternativ im Backofen bei niedrigster Temperatur mit einem Kochlöffel in der Tür.
- Vollständig abkühlen lassen: Das getrocknete Gemüse vor dem Mahlen komplett auskühlen lassen, warme Ware kondensiert im Mixer.
- Mahlen: Gemüse, Kräuter und Salz portionsweise in einem leistungsstarken Mixer oder einer Gewürzmühle zu feinem Pulver zerkleinern. Als Richtwert gelten etwa 25 g Salz auf 100 g getrocknetes Gemüse – bei dieser Rezeptmenge also die angegebenen 30–40 g. Wer weniger Salz möchte, reduziert etwas, das Pulver ist dann aber kürzer haltbar.
- Abfüllen: Das Pulver durch ein Sieb streichen, grobe Stücke nochmals mahlen. In ein sauberes, absolut trockenes Glas füllen, luftdicht verschließen und beschriften.
⚠️ Wichtig: Das Gemüse muss vollständig durchgetrocknet sein, bevor du es mahlst und einlagerst. Restfeuchtigkeit führt im Glas zu Klumpenbildung und Schimmel. Wenn das Pulver klumpt, muffig riecht oder sich Verfärbungen zeigen, gehört es in den Müll. Verwende immer einen trockenen Löffel zur Entnahme, damit keine Feuchtigkeit ins Glas gelangt. Wer auf Sellerie allergisch reagiert, sollte dieses Rezept ohne Sellerie zubereiten und dies beim Verschenken kennzeichnen.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
- Gemüsereste nutzen: Lauchgrün, Selleriegrün, Karottenenden und Petersilienstiele eignen sich hervorragend, so entsteht aus Küchenabfällen ein aromatischer Vorrat.
- Dosierung: Als Faustregel reichen 1 gehäufter Teelöffel Pulver auf 250 ml Wasser für eine kräftige Brühe. Erst sparsam würzen, dann nachschmecken, da das Pulver Salz enthält.
- Aroma variieren: Getrocknete Tomaten, Pilze oder etwas Paprika geben dem Pulver mehr Tiefe. Wer es kräftiger mag, röstet Zwiebeln und Karotten vor dem Trocknen leicht an.
- Grundlagen zum Trocknen: Wie das Trocknen ohne Strom und mit dem Dörrgerät grundsätzlich funktioniert, zeigt der Beitrag Trocknen (Dörren): Ohne Strom haltbar machen.
- Kräuter richtig trocknen: Für die Kräuter im Pulver lohnt sich der Beitrag Kräuter richtig trocknen, und wer es noch einfacher mag, findet im Beitrag Kräutersalz selber machen eine schnelle Alternative.
- Passendes Zubehör: Zum gleichmäßigen Trocknen eignet sich ein Dörrautomat mit mehreren Etagen wie der COSORI Dörrautomat aus Edelstahl, zum feinen Mahlen ein Philips Standmixer 5000 Serie (1000 W, 2 l) oder eine elektrische Gewürzmühle wie die Bosch Schlagmesser-Mühle TSM6A013B. Für die Salzmenge hilft eine HomeFashion digitale Küchenwaage (5 kg / 1 g), zur Aufbewahrung eignen sich CapCro-Einmachgläser.
- Termine im Blick behalten: Wann du Suppengemüse wie Karotten, Sellerie, Lauch und Petersilie säst, pflanzt oder erntest, findest du übersichtlich in meinem kostenlosen Pflanzkalender.
Haltbarkeit
Vollständig getrocknet und luftdicht sowie dunkel gelagert hält sich Gemüsebrühepulver etwa 6–12 Monate, bei ausreichend Salzanteil oft länger. Mit der Zeit lässt das Aroma nach, verbrauche das Pulver deshalb am besten innerhalb eines Jahres. Kleine Gläser statt einem großen Vorratsglas verringern das Risiko, dass durch häufiges Öffnen Feuchtigkeit eindringt.
Fazit
Selbstgemachtes Gemüsebrühepulver ist ein einfacher, ehrlicher Vorrat: Du bestimmst Zutaten und Salzgehalt, verwertest Gemüsereste und hast immer eine würzige Basis für Suppen, Saucen und Eintöpfe im Schrank. Einmal getrocknet und gemahlen, steht die Würze das ganze Jahr bereit.
Welches Gemüse darf in deinem Brühepulver nicht fehlen? Schreib es mir in die Kommentare!


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