Gemüsechips selber machen: Knusprige Scheiben aus dem Ofen

Schüssel mit selbst gemachten Gemüsechips aus Roter Bete, Karotte und Pastinake

Knusprig, bunt und ganz ohne Frittierfett: Selbst gemachte Gemüsechips sind die perfekte Alternative zu gekauften Kartoffelchips. Aus Roter Bete, Karotten, Pastinaken oder Kohlrabi entstehen im Backofen dünne, aromatische Scheiben, die nach mehr schmecken. Gerade im Herbst, wenn das Wurzelgemüse geerntet ist, lohnt sich das besonders. Mit einem guten Gemüsehobel und etwas Geduld beim Backen gelingen dir die Chips ganz einfach. In diesem Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wie sie richtig knusprig werden.

Zutaten

Für zwei Backbleche (etwa 2 bis 3 Portionen):

  • 1 mittelgroße Rote Bete
  • 2 Karotten
  • 1 Pastinake
  • Optional: 1 kleine Süßkartoffel oder 1 Kohlrabi
  • 2 EL Rapsöl oder Olivenöl
  • 1/2 TL grobes Salz
  • Optional: getrockneter Rosmarin, Thymian, Paprikapulver oder etwas Knoblauchpulver

Material

Anleitung: Gemüsechips Schritt für Schritt

  1. Backofen vorheizen: Heize den Backofen auf 130 °C Umluft vor und lege zwei Bleche mit Backpapier aus. Niedrige Temperatur ist das Geheimnis knuspriger Chips, die nicht verbrennen.
  2. Gemüse vorbereiten: Wasche und schäle das Gemüse. Bei jungen Karotten und Pastinaken reicht gründliches Abbürsten. Trage für die Rote Bete Handschuhe.
  3. Dünn hobeln: Hoble das Gemüse mit dem Gemüsehobel in etwa 1 bis 2 mm dünne Scheiben. Karotten und Pastinaken schneidest du am besten längs oder leicht schräg, dann werden die Chips größer. Benutze unbedingt den Resthalter.
  4. Trocken tupfen: Lege die Scheiben auf ein Küchentuch und tupfe sie gründlich trocken. Je trockener das Gemüse, desto knuspriger werden die Chips. Rote Bete trocknest du getrennt, damit sie nicht alles einfärbt.
  5. Würzen: Gib die Scheiben in eine Schüssel, träufle das Öl darüber und mische alles mit den Händen, bis jede Scheibe hauchdünn benetzt ist. Das Salz streust du erst nach dem Backen darüber, damit die Scheiben nicht Wasser ziehen.
  6. Auf dem Blech verteilen: Lege die Scheiben in einer einzigen Lage nebeneinander auf die Bleche. Sie dürfen sich nicht überlappen.
  7. Langsam backen: Backe die Chips 40 bis 60 Minuten. Klemme nach 20 Minuten einen Holzlöffel in die Ofentür, damit die Feuchtigkeit entweichen kann, und wende die Scheiben einmal. Nimm Chips, die schon fertig sind, frühzeitig heraus – dünne Scheiben sind schneller fertig als dicke.
  8. Auskühlen lassen: Lass die Chips auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen, erst dann werden sie richtig knusprig. Streue jetzt Salz und nach Wunsch Kräuter oder Paprikapulver darüber.

⚠️ Sicherheitshinweis: Gemüsehobel sind extrem scharf. Hoble niemals ohne Resthalter bis zum letzten Stück und lass den Hobel nicht in Reichweite von Kindern liegen. Röste die Chips lieber goldgelb als dunkelbraun: Stark gebräunte Stücke schmecken bitter und enthalten mehr unerwünschte Röststoffe – diese sortierst du besser aus.

Tipps aus der Selbstversorger-Praxis

Wurzelgemüse auf Vorrat: Rote Bete, Karotten und Pastinaken lassen sich den ganzen Winter lagern, sodass du jederzeit frische Chips backen kannst. Wie das geht, zeige ich dir in Wurzelgemüse in Sand lagern.

Im Dörrautomaten trocknen: Alternativ trocknest du die Scheiben bei 60 bis 70 °C etwa 8 bis 12 Stunden im Dörrautomaten. Das spart Strom, und die Chips bleiben besonders farbintensiv. Mehr über das Dörren erfährst du in meinem Grundlagenbeitrag Trocknen und Dörren.

Reste sinnvoll nutzen: Die Endstücke und Schalen, die beim Hobeln übrig bleiben, kannst du trocknen und zu Würze verarbeiten, wie in Gemüsebrühepulver selber machen. Als knuspriges Topping passen auch geröstete Kürbiskerne zu den Chips.

Selbst anbauen: Rote Bete, Karotten und Pastinaken gehören zu den dankbarsten Wurzelgemüsen im Garten. Wann du sie säen kannst, damit du im Herbst genug für Chips und Vorrat erntest, zeigt dir mein kostenloser Pflanzkalender.

Haltbarkeit

In einer luftdicht verschlossenen Glasdose bleiben die Gemüsechips etwa eine Woche knusprig. Bewahre sie trocken und bei Zimmertemperatur auf, nicht im Kühlschrank. Sind sie etwas weich geworden, röstest du sie einfach 5 Minuten bei 120 °C im Ofen nach. Riechen sie ranzig oder zeigen sich feuchte Stellen, wirfst du sie weg.

Fazit

Gemüsechips sind ein einfacher, gesunder Snack, der aus deiner Wurzelgemüse-Ernte etwas ganz Besonderes macht. Entscheidend sind hauchdünne Scheiben, gründliches Trockentupfen und eine niedrige Backtemperatur. Mit etwas Geduld und gutem Hobel bekommst du bunte, knusprige Chips, die jeder Packung aus dem Supermarkt Konkurrenz machen.

Welches Gemüse würdest du als Erstes zu Chips verarbeiten – Rote Bete, Karotte oder Pastinake? Schreib es mir in die Kommentare!


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