Flüssige Handseife aus dem Supermarkt besteht zum größten Teil aus Wasser – verpackt in Plastik und mit vielen Zusatzstoffen. Dabei kannst du sie ganz einfach selbst herstellen: Aus einem Stück milder Naturseife oder den kleinen Seifenresten, die sonst im Abfluss landen, entsteht mit Wasser und etwas Glycerin eine pflegende Flüssigseife. Du brauchst dafür keine Lauge und keine besonderen Kenntnisse. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du deine eigene Handwaschseife für den Seifenspender rührst.
Zutaten
Für etwa 1 Liter Flüssigseife:
- 100 g milde Naturseife ohne Duft (z. B. Olivenölseife) oder gesammelte Seifenreste
- 1 l abgekochtes Wasser
- 1 EL (ca. 15 g) pflanzliches Glycerin
- Optional: 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl, zum Beispiel Lavendel oder Zitrone
Material
- Pure Nature Olivenölseife (6 × 125 g) – mild und ohne Parfüm
- ISOLATECH Glycerin 99,5 % (1000 ml)
- Plomkeest Seifenspender aus Braunglas mit Edelstahlpumpe (2 × 500 ml)
- HomeFashion digitale Küchenwaage
- Isopropanol 70 % zum Reinigen der Spender
- Küchenreibe, Topf, Schneebesen oder Pürierstab und ein Trichter
Anleitung: Handwaschseife Schritt für Schritt
- Spender vorbereiten: Spüle die Seifenspender heiß aus, sprühe sie innen mit Isopropanol aus und lass sie gut trocknen.
- Seife reiben: Reibe die Seife auf der feinen Seite der Küchenreibe in Flocken. Je feiner die Flocken, desto schneller lösen sie sich auf. Seifenreste schneidest du einfach klein.
- Wasser abkochen: Koche das Wasser kurz auf und lass es etwas abkühlen, bis es noch heiß, aber nicht mehr sprudelnd ist.
- Seife auflösen: Gib die Seifenflocken ins heiße Wasser und rühre so lange, bis sie sich vollständig aufgelöst haben. Rühre dabei langsam, damit nicht zu viel Schaum entsteht.
- Glycerin einrühren: Rühre das Glycerin unter. Es macht die Seife geschmeidiger und pflegt die Hände.
- Ruhen lassen: Decke den Topf ab und lass die Mischung 12 bis 24 Stunden bei Zimmertemperatur stehen. In dieser Zeit dickt sie ein – je nach Seife wird sie leicht gelartig oder sogar fest.
- Konsistenz einstellen: Rühre die Masse mit dem Schneebesen oder Pürierstab glatt. Ist sie zu fest, gibst du nach und nach etwas heißes, abgekochtes Wasser dazu, bis sie sich gut pumpen lässt. Ist sie zu dünn, löst du noch etwas Seife darin auf. Erst jetzt kommt nach Wunsch das ätherische Öl dazu.
- Abfüllen: Fülle die Flüssigseife mit dem Trichter in die Spender und beschrifte sie mit dem Datum. Den Rest bewahrst du in einem sauberen, verschlossenen Glas auf.
⚠️ Sicherheitshinweis: Seife brennt in den Augen – spüle sie bei Kontakt sofort mit viel klarem Wasser aus. Weil diese Flüssigseife Wasser und kein Konservierungsmittel enthält, verwendest du nur abgekochtes Wasser und saubere Gefäße. Ätherische Öle dosierst du sparsam und lässt sie bei kleinen Kindern, in der Schwangerschaft und bei empfindlicher Haut besser weg. Bewahre die Seife außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
Seifenreste sammeln: Bewahre die kleinen Seifenstücke, die zu klein zum Waschen geworden sind, in einem Glas auf. Sobald etwa 100 g zusammengekommen sind, verarbeitest du sie zu Flüssigseife. Wer seine Seife ganz von Grund auf herstellen möchte, findet die Anleitung in Seife selber machen im Kaltverfahren.
Eigener Duft aus dem Garten: Statt gekaufter ätherischer Öle kannst du das Wasser vorher mit getrockneten Lavendelblüten oder Rosmarin aufbrühen und abseihen. Wann du Lavendel und Rosmarin pflanzen kannst, zeigt dir mein kostenloser Pflanzkalender.
Haushalt ganz ohne Plastik: Mit derselben Naturseife kannst du auch andere Reiniger selbst herstellen. Rezepte findest du in Spülmittel und Allzweckreiniger selber machen und in Waschmittel selber machen. Nach dem Händewaschen pflegt eine selbst gerührte Handcreme.
Hygiene in der Krisenvorsorge: Ein Vorrat an festen Seifenstücken braucht kaum Platz und hält jahrelang. Daraus kannst du bei Bedarf jederzeit frische Flüssigseife rühren. Was sonst noch in einen Notvorrat gehört, liest du in Vorrat für 14 Tage anlegen.
Haltbarkeit
Selbst gemachte Flüssigseife ohne Konservierungsmittel hält sich bei Zimmertemperatur etwa vier bis sechs Wochen. Stelle deshalb lieber kleinere Mengen her und lagere den Vorrat kühl und gut verschlossen. Feste Seifenstücke dagegen halten trocken gelagert mehrere Jahre. Bilden sich in der Flüssigseife Flecken oder Schlieren, riecht sie muffig oder trennt sie sich dauerhaft, wird sie entsorgt und der Spender gründlich gereinigt.
Fazit
Handwaschseife selber zu machen ist einfach, günstig und spart jede Menge Plastik. Aus einem Stück Naturseife oder gesammelten Resten, Wasser und etwas Glycerin entsteht in wenigen Schritten eine milde Flüssigseife. Wichtig sind sauberes Arbeiten, abgekochtes Wasser und kleine Mengen, damit die Seife frisch bleibt. So hast du immer eine natürliche Handseife im Spender – und einen Vorrat, der kaum Platz braucht.
Welchen Duft magst du für deine Handseife am liebsten – Lavendel, Zitrone oder ganz ohne? Schreib es mir in die Kommentare!


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