Rhabarber ist eine der dankbarsten Stauden im Selbstversorgergarten: Einmal gepflanzt, liefert er jedes Frühjahr säuerlich-frische Stangen für Kompott, Kuchen und Marmelade. Nach acht bis zehn Jahren lässt die Kraft aber nach – die Stangen werden dünner, die Mitte verholzt und die Ernte fällt kleiner aus. Dann ist es Zeit, den Wurzelstock zu teilen. So verjüngst du die alte Pflanze und bekommst gleichzeitig kostenlos neue Rhabarberstauden für dich oder zum Verschenken. Der Herbst ist dafür der ideale Zeitpunkt. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Rhabarber Schritt für Schritt richtig teilst.
Material
- Fiskars Gärtnerspaten aus Borstahl zum Ausgraben und Teilen
- Alternativ für sehr kräftige Wurzelstöcke: Fiskars Wurzelspaten mit Sägezahnung
- Gärtner’s Urgesteinsmehl zur Bodenverbesserung im Pflanzloch
- Reifer Kompost oder gut verrotteter Mist, ein scharfes Messer, Grabegabel und Gießkanne
Anleitung: Rhabarber Schritt für Schritt teilen
- Den richtigen Zeitpunkt wählen: Am besten teilst du Rhabarber im Oktober oder November, wenn die Blätter eingezogen sind und die Pflanze in die Winterruhe geht. Alternativ geht es im zeitigen Frühjahr, bevor die ersten Knospen austreiben. Der Boden sollte frostfrei und nicht zu nass sein.
- Altes Laub entfernen: Schneide welke Blätter und Stiele ab, damit du den Wurzelstock gut siehst. Die Blätter kannst du auf den Kompost geben.
- Wurzelstock ausgraben: Stich mit dem Spaten in einem Abstand von etwa 20 bis 30 cm rund um die Pflanze tief in die Erde. Hebele den Wurzelstock vorsichtig mit Spaten und Grabegabel aus dem Boden. Alte Stauden sind schwer – lass dir gegebenenfalls helfen.
- Erde abschütteln und prüfen: Klopfe grobe Erde ab und schau dir den Wurzelstock an. Die rosaroten Knospen an der Oberseite sind die Austriebe für das nächste Jahr. Verholzte, hohle oder faule Teile in der Mitte entfernst du.
- Teilen: Zerteile den Wurzelstock mit einem kräftigen Spatenstich oder einem scharfen Messer in faustgroße Stücke. Jedes Teilstück sollte mindestens zwei bis drei kräftige Knospen und ein gutes Stück Wurzel haben.
- Neuen Standort vorbereiten: Rhabarber mag einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit tiefgründigem, humusreichem Boden. Grabe ein großes Pflanzloch und mische reichlich Kompost, etwas gut verrotteten Mist und eine Handvoll Urgesteinsmehl unter die Erde. Rechne pro Pflanze mit etwa einem Quadratmeter Platz.
- Einpflanzen: Setze die Teilstücke so ein, dass die Knospen etwa 3 bis 5 cm unter der Erdoberfläche liegen. Drücke die Erde gut an und gieße kräftig.
- Mulchen und Geduld haben: Decke die Pflanzstelle mit Laub, Stroh oder Kompost ab, um sie vor starkem Frost zu schützen. Im ersten Jahr nach dem Teilen erntest du nicht oder nur sehr wenig, damit die Pflanze kräftig anwachsen kann.
⚠️ Wichtig: Rhabarberblätter enthalten viel Oxalsäure und sind nicht zum Verzehr geeignet – nur die Stangen werden gegessen. Halte Kinder und Haustiere von den Blättern fern. Setze die neuen Pflanzen nicht wieder an dieselbe Stelle, an der der alte Rhabarber stand, denn der Boden ist dort ausgelaugt. Trage beim Ausgraben feste Schuhe und Handschuhe und hebe schwere Wurzelstöcke rückenschonend aus den Knien.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
Ernte für den Vorrat: Ab dem zweiten Jahr erntest du wieder kräftig – und zwar von April bis zum Johannistag am 24. Juni. Was du nicht frisch verbrauchst, kochst du ein, wie in meinem Rezept für Rhabarberkompott.
Gut versorgen: Rhabarber ist ein Starkzehrer. Eine Schicht Kompost im Herbst und eine Düngung mit verdünnter Brennnesseljauche im Frühjahr sorgen für kräftige Stangen. Blütenstände brichst du sofort aus, damit die Pflanze ihre Kraft in die Stangen steckt.
Weitere Gartenarbeiten im Herbst: Wenn du schon beim Umpflanzen bist, lohnt sich auch der Blick auf andere Beete. Ideen findest du in Herbstbeet richtig bepflanzen und Gartenwerkzeug pflegen – denn nach dem Teilen freut sich auch der Spaten über etwas Pflege.
Termine im Blick behalten: Wann du Rhabarber teilst, pflanzt und erntest, findest du übersichtlich in meinem kostenlosen Pflanzkalender.
Haltbarkeit
Frisch geteilte Rhabarberstücke solltest du möglichst am selben Tag wieder einpflanzen. Musst du sie kurz lagern, wickle sie in feuchtes Zeitungspapier oder Jute und bewahre sie kühl und schattig auf – so halten sie einige Tage. Eine verjüngte Rhabarberstaude bleibt danach wieder acht bis zehn Jahre am selben Standort ertragreich, bevor du sie erneut teilst.
Fazit
Rhabarber zu teilen ist einfach und lohnt sich doppelt: Die alte Pflanze wird verjüngt, und du bekommst kostenlos neue, kräftige Stauden. Im Herbst ausgraben, in faustgroße Stücke mit mehreren Knospen teilen, an einem neuen, gut vorbereiteten Platz einpflanzen und im ersten Jahr Geduld haben – dann erntest du schon bald wieder dicke, saftige Stangen.
Wie alt ist dein Rhabarber, und hast du ihn schon einmal geteilt? Schreib es mir in die Kommentare!


Schreibe einen Kommentar