Quittengelee selber machen: Goldener Herbstvorrat im Glas

Goldenes Quittengelee in Gläsern mit frischen Quitten auf einem Holztisch

Roh sind Quitten steinhart und kaum genießbar, doch gekocht verwandeln sie sich in eines der feinsten Gelees überhaupt: goldgelb bis bernsteinfarben, klar und mit einem Duft zwischen Apfel, Birne und Rose. Weil Quitten von Natur aus sehr viel Pektin enthalten, geliert ihr Saft besonders zuverlässig. Mit diesem Grundrezept füllst du deinen Vorratsschrank mit einem echten Herbstklassiker.

Zutaten (je nach Saftmenge für ca. 5–6 Gläser à 250 ml)

  • 1,5 kg reife Quitten (Apfel- oder Birnenquitten)
  • ca. 1,5 l Wasser
  • 500 g Gelierzucker 2:1 (auf 1 l Quittensaft)
  • Saft von 1 Zitrone
  • Optional: 1 Vanilleschote, 1 Zimtstange oder 1 Sternanis

Material

Zubereitung

  1. Flaum abreiben: Reibe den pelzigen Flaum der Quitten mit einem groben Küchentuch gründlich ab. Er schmeckt bitter und trübt das Gelee.
  2. Quitten zerteilen: Waschen, Stiel und Blütenansatz entfernen und die Früchte mit Schale in grobe Stücke schneiden. Das Kerngehäuse darf drin bleiben, denn es enthält viel Pektin. Die Kerne dabei aber nicht zerschneiden oder zerdrücken.
  3. Weich kochen: Die Stücke mit so viel Wasser in den Topf geben, dass sie knapp bedeckt sind. Aufkochen und zugedeckt 30–45 Minuten köcheln lassen, bis die Quitten ganz weich sind.
  4. Saft abtropfen lassen: Das Sieb mit dem Passiertuch auslegen, über eine Schüssel hängen und die Quittenmasse hineingeben. Mehrere Stunden oder über Nacht abtropfen lassen. Nicht ausdrücken, sonst wird das Gelee trüb.
  5. Gläser vorbereiten: Gläser und Deckel in heißem Wasser auskochen oder die Gläser 10 Minuten bei 120 °C in den Backofen stellen und die Deckel mit kochendem Wasser übergießen (Twist-off-Deckel nicht in den Backofen).
  6. Saft abmessen: Den Saft abmessen. Pro 1 Liter Saft rechnest du 500 g Gelierzucker 2:1 und den Saft einer Zitrone.
  7. Einkochen: Saft, Gelierzucker, Zitronensaft und nach Wunsch Gewürze in einem großen Topf unter Rühren aufkochen. Sprudelnd 4 Minuten kochen lassen.
  8. Gelierprobe machen: Einen Teelöffel Gelee auf den kalten Teller geben. Wird er nach einer Minute fest, ist das Gelee fertig. Sonst noch 1–2 Minuten weiterkochen.
  9. Abschäumen und abfüllen: Gewürze entfernen, Schaum abschöpfen und das heiße Gelee mit dem Trichter bis etwa 1 cm unter den Rand in die Gläser füllen. Sofort fest verschließen und für eine längere Haltbarkeit 10–15 Minuten bei 90 °C im Wasserbad einkochen.
  10. Abkühlen lassen: Die Gläser langsam bei Zimmertemperatur abkühlen lassen. Beim Abkühlen ziehen sich die Deckel nach innen und das Gelee wird fest.

⚠️ Sicherheitshinweis: Quittenkerne enthalten wie Apfelkerne Amygdalin, aus dem beim Zerkleinern Blausäure entstehen kann. Ganze Kerne im Kochwasser sind unbedenklich, zerschneide oder zerdrücke sie aber nicht und drücke das Fruchtmus im Tuch nicht aus. Arbeite beim Abfüllen sauber mit gut gereinigten Gläsern. Zeigt ein Glas später Schimmel, einen gewölbten Deckel oder riecht es gärig, entsorge den gesamten Inhalt.

Tipps aus der Selbstversorger-Praxis

  • Richtig reif ernten: Quitten sind reif, wenn sie ganz gelb sind, den Flaum leicht verlieren und intensiv duften. Meist ist das im Oktober, vor dem ersten Frost.
  • Nichts verschwenden: Das abgetropfte Fruchtmus kannst du durch die Flotte Lotte streichen und daraus Quittenbrot oder Quittenmus kochen.
  • Wenig Zucker möglich: Dank des hohen Pektins geliert Quittensaft auch mit Gelierzucker 3:1. Das Gelee wird dann fruchtiger, hält aber etwas kürzer.
  • Mischen erlaubt: Ein Teil Apfelsaft passt perfekt dazu. Wie du reines Apfelgelee kochst, liest du in meinem Apfelgelee-Rezept. Wer es dunkler und herber mag, probiert das Cassis-Gelee.
  • Quitten kurz lagern: Frische Quitten halten sich kühl und luftig gelagert 4–8 Wochen. Lagere sie nicht neben Äpfeln, denn ihr starkes Aroma geht auf anderes Obst über.

Haltbarkeit

Ungeöffnet und kühl, dunkel gelagert hält sich Quittengelee etwa 12 Monate. Nach dem Öffnen gehört das Glas in den Kühlschrank und sollte innerhalb von 3–4 Wochen aufgebraucht werden. Mit Gelierzucker 3:1 verkürzt sich die Haltbarkeit auf etwa 6 Monate.

Fazit

Quittengelee braucht etwas Geduld beim Abtropfen, ist aber sonst ganz einfach. Das hohe Pektin sorgt für ein sicheres Gelieren, und das Ergebnis ist ein goldener Brotaufstrich, der auch zu Käse, Wild oder im Tee wunderbar schmeckt. Ein paar Gläser davon sind außerdem ein schönes selbstgemachtes Geschenk.

Hast du schon mal Quitten verarbeitet? Machst du lieber Gelee oder Quittenbrot? Schreib es mir in die Kommentare!


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Comments

6 Kommentare zu „Quittengelee selber machen: Goldener Herbstvorrat im Glas“

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