Ein paar Tropfen in die Suppe, auf das Frühstücksei oder in die Soße – flüssige Speisewürze gehört in vielen Küchen einfach dazu. Die bekannte Maggi-Würze aus dem Laden enthält allerdings Geschmacksverstärker und Aromen. Dabei lässt sich eine ähnlich kräftige Würze ganz einfach selbst kochen: Das Geheimnis ist Liebstöckel, das nicht umsonst auch „Maggikraut“ heißt. Zusammen mit Gemüse und natürlich gebrauter Sojasauce entsteht eine dunkle, aromatische Würze ohne Zusatzstoffe. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du sie Schritt für Schritt herstellst.
Zutaten
Für etwa 300 ml Würze:
- 50 g frische Liebstöckelblätter (oder 10 g getrocknete)
- 1 Zwiebel
- 1 Karotte
- 1 kleines Stück Knollensellerie (ca. 50 g)
- 500 ml Wasser
- 150 ml natürlich gebraute Sojasauce
- 1 EL Hefeflocken (für den kräftigen, herzhaften Geschmack)
- 1 TL brauner Zucker
- 1 TL Salz
- 1 TL Apfelessig
Material
- Kikkoman natürlich gebraute Sojasauce (1 l)
- gouveo Glasflaschen mit Bügelverschluss 250 ml (12er-Set)
- Relaxdays Küchensieb-Set zum Abseihen
- Einmach-Zubehörset mit Einfülltrichter
- Dürr Liebstöckel-Samen (Maggikraut) oder eine fertige Liebstöckel-Pflanze für den eigenen Garten
- Topf, Messer, Schneidebrett und ein Messbecher
Anleitung: Maggi-Würze Schritt für Schritt
- Flaschen vorbereiten: Koche die Bügelflaschen samt Gummiringen zehn Minuten in Wasser aus und lass sie kopfüber auf einem sauberen Tuch abtropfen.
- Gemüse vorbereiten: Schäle Zwiebel, Karotte und Sellerie und schneide alles in kleine Würfel. Wasche den Liebstöckel und hacke ihn grob.
- Gemüse anrösten: Röste die Gemüsewürfel in einem Topf ohne Fett bei mittlerer Hitze etwa fünf Minuten an, bis sie leicht Farbe bekommen. Die Röstaromen sorgen später für den kräftigen Geschmack.
- Auskochen: Lösche mit dem Wasser ab, gib Liebstöckel und Salz dazu und lass alles zugedeckt 30 Minuten leise köcheln.
- Ziehen lassen und abseihen: Nimm den Topf vom Herd und lass den Sud noch eine Stunde ziehen. Gieße ihn dann durch ein feines Sieb und drücke das Gemüse gut aus.
- Würzen und einkochen: Gib Sojasauce, Hefeflocken, Zucker und Apfelessig zum Sud und lass alles offen 10 bis 15 Minuten einkochen, bis etwa 300 ml übrig sind und die Würze dunkel und kräftig schmeckt.
- Abschmecken: Probiere die Würze. Fehlt Tiefe, gibst du noch etwas Sojasauce dazu, ist sie zu salzig, etwas Wasser.
- Heiß abfüllen: Fülle die heiße Würze mit dem Trichter in die vorbereiteten Flaschen, verschließe sie sofort und lass sie abkühlen. Beschrifte die Flaschen mit dem Datum.
⚠️ Sicherheitshinweis: Die selbst gemachte Würze enthält keine Konservierungsstoffe. Fülle sie deshalb nur in ausgekochte Flaschen, bewahre sie im Kühlschrank auf und entnimm sie nie mit benutzten Löffeln. Sie ist sehr salzig – dosiere sie tropfenweise. Sojasauce enthält Soja und meist Weizen; wer darauf allergisch reagiert oder Gluten meiden muss, nimmt eine glutenfreie Variante wie Tamari.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
Liebstöckel selbst anbauen: Liebstöckel ist mehrjährig, winterhart und wächst zu einer großen Staude heran – eine einzige Pflanze reicht für einen ganzen Haushalt. Wann du ihn säen oder pflanzen kannst, zeigt dir mein kostenloser Pflanzkalender.
Liebstöckel für den Winter bewahren: Im Sommer wächst mehr Liebstöckel, als du frisch verbrauchen kannst. Trockne oder friere die Blätter ein, dann kannst du die Würze das ganze Jahr kochen. Wie das geht, liest du in Kräuter richtig trocknen und Kräuter richtig einfrieren.
Passend zur selbst gemachten Brühe: Die Würze verfeinert Suppen und Eintöpfe besonders gut, wenn du sie mit einer selbst gemachten Gemüsebrühe kombinierst. Rezepte findest du in Gemüsebrühe-Paste selber machen und Gemüsebrühepulver selber machen.
Trockene Variante: Wer lieber streut statt tropft, mischt getrockneten Liebstöckel mit grobem Salz. Wie du ein würziges Kräutersalz herstellst, zeige ich dir in Kräutersalz selber machen.
Haltbarkeit
In ausgekochten, gut verschlossenen Bügelflaschen hält sich die Würze im Kühlschrank etwa vier bis sechs Wochen. Für einen längeren Vorrat frierst du sie portionsweise in einer Eiswürfelform ein – so bleibt sie mehrere Monate aromatisch. Riecht die Würze säuerlich oder gärig, bilden sich Bläschen oder ein Belag, wird sie entsorgt.
Fazit
Mit Liebstöckel, Gemüse und Sojasauce kochst du eine kräftige Speisewürze, die der bekannten Maggi-Würze erstaunlich nahekommt – nur ohne Geschmacksverstärker und Aromen. Wichtig sind die Röstaromen des Gemüses, ausreichend Ziehzeit und sauberes Abfüllen. Mit einer Liebstöckelpflanze im Garten hast du die Hauptzutat jedes Jahr kostenlos zur Hand.
Wofür verwendest du flüssige Würze am liebsten – für Suppen, Soßen oder aufs Frühstücksei? Schreib es mir in die Kommentare!


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