Ein Kirschkernkissen gehört in jeden Haushalt: Warm gemacht entspannt es verspannte Schultern, wärmt kalte Füße und tut bei Bauchweh gut, gekühlt hilft es bei kleinen Beulen und an heißen Tagen. Das Beste daran ist, dass du es mit ein paar Stoffresten, Kirschkernen und einfachen Geradstichen in etwa einer Stunde selbst nähen kannst. Wenn du im Sommer Kirschen einkochst, kannst du die Kerne sogar selbst sammeln.
Material
Für ein Kissen von etwa 20 x 30 cm:
- Etwa 500 bis 700 g gereinigte Kirschkerne, zum Beispiel Herbalind Kirschkerne lose, 1 kg
- Innenhülle: 2 Stück fester Baumwoll- oder Leinenstoff, je 23 x 33 cm, zum Beispiel STOFFKONTOR Rohleinen
- Optional für einen waschbaren Bezug: 2 Stück Baumwollstoff je 25 x 35 cm mit hübschem Muster
- Reines Baumwollgarn, Nähmaschine oder Nadel, Stecknadeln, Schere, Lineal und Kreide
- Eine Küchenwaage zum Abwiegen der Kerne und ein Trichter oder ein gerolltes Blatt Papier zum Einfüllen
Kirschkerne selbst gewinnen
Sammle die Kerne beim Entsteinen und koche sie in Wasser mit einem Schuss Essig etwa 10 Minuten aus. Reibe sie anschließend zwischen den Händen oder in einem Sieb, bis kein Fruchtfleisch mehr anhaftet. Breite sie dann auf einem Blech aus und trockne sie mehrere Tage an der Luft. Zum Schluss kommen sie für etwa eine Stunde bei 80 °C in den Ofen. Die Kerne müssen vollständig trocken und sauber sein, sonst riechen sie später beim Erwärmen oder schimmeln.
Anleitung
- Stoff zuschneiden: Schneide zwei Rechtecke von 23 x 33 cm zu, darin ist eine Nahtzugabe von 1,5 cm enthalten.
- Zusammennähen: Lege die Stoffteile rechts auf rechts aufeinander, stecke sie fest und nähe rundherum, lass dabei an einer kurzen Seite eine Öffnung von etwa 8 cm frei. Sichere Anfang und Ende mit ein paar Rückstichen.
- Ecken und Wenden: Schneide die Ecken schräg ab, ohne die Naht zu verletzen, wende die Hülle durch die Öffnung und forme die Ecken mit einem stumpfen Stift schön aus. Bügle die Hülle glatt.
- Kammern absteppen: Damit die Kerne nicht alle in eine Ecke rutschen, steppst du zwei Längsnähte, sodass drei Kammern entstehen. Nähe dabei nur bis etwa 4 cm vor die Öffnung, damit du noch befüllen kannst.
- Befüllen: Fülle die Kammern mit einem Trichter gleichmäßig mit Kernen, jeweils etwa zu zwei Dritteln. Das Kissen soll sich noch gut an den Körper anschmiegen.
- Schließen: Schiebe die Kerne von der Öffnung weg, schlage die Nahtzugabe nach innen und nähe die Öffnung knappkantig mit der Maschine oder von Hand mit dem Matratzenstich zu.
- Bezug nähen (optional): Für einen waschbaren Bezug nähst du die zwei größeren Stoffteile wie einen Kissenbezug mit Hotelverschluss oder Klettband. So kannst du den Bezug waschen, ohne die Kerne zu befeuchten.
⚠️ Wichtig: Verwende für Innenhülle und Garn nur Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen, Kunstfasern können in der Mikrowelle schmelzen. Erwärme das Kissen nur in kurzen Intervallen (Mikrowelle maximal 600 Watt für 1 bis 2 Minuten oder im Backofen bei höchstens 120 °C für 10 bis 15 Minuten), lass es nie unbeaufsichtigt und stelle zum Schutz eine Tasse Wasser mit in die Mikrowelle. Prüfe die Temperatur immer am Handgelenk, bevor du es auflegst. Bei Babys, Kleinkindern, älteren Menschen und Menschen mit Durchblutungs- oder Empfindungsstörungen ist besondere Vorsicht geboten. Bei Bauchschmerzen unklarer Ursache, Fieber oder Entzündungen keine Wärme anwenden, sondern ärztlich abklären lassen.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
- Kerne beim Einkochen sammeln: Wenn du im Sommer Kirschen einkochst, fallen die Kerne ganz nebenbei an. Ein paar Kilo Kirschen reichen für ein Kissen.
- Stoffreste verwerten: Alte Leinentischdecken, Geschirrtücher oder Bettwäsche aus Baumwolle sind ideal für Kissen und Bezug.
- Mit Kräutern verfeinern: Ein kleines Säckchen getrockneter Lavendel im Bezug sorgt für einen beruhigenden Duft. Für Erkältungstage passt dazu mein Erkältungsbalsam.
- Kirschen selbst anbauen: Wann Obstbäume gepflanzt und Kirschen geerntet werden, siehst du in meinem kostenlosen Pflanzkalender.
Haltbarkeit
Ein gut genähtes Kirschkernkissen hält viele Jahre. Bewahre es trocken auf und lass es nach jedem Erwärmen vollständig auskühlen, bevor du es wegräumst. Das Kissen selbst wird nicht gewaschen, nur der Bezug. Riechen die Kerne nach Jahren verbrannt oder muffig, tauschst du sie einfach gegen frische aus.
Fazit
Ein Kirschkernkissen zu nähen ist ein einfaches Projekt auch für Nähanfänger. Mit zwei Stoffstücken, ein paar geraden Nähten und Kernen aus dem eigenen Garten entsteht ein natürliches Wärmekissen, das jahrelang gute Dienste leistet und auch ein schönes Geschenk ist.
Nutzt du dein Kirschkernkissen lieber warm oder kalt? Schreib es mir in die Kommentare!


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