Wer Karotten mit Grün erntet oder kauft, wirft das Kraut meist weg. Dabei ist Karottengrün essbar und schmeckt würzig, leicht nach Petersilie und Möhre mit einer feinen Bitternote. Als Pesto zusammen mit gerösteten Sonnenblumenkernen, Hartkäse und gutem Öl wird daraus in wenigen Minuten eine Soße für Nudeln, ein Dip fürs Brot oder eine Würze für Ofengemüse. Resteverwertung, die richtig gut schmeckt.
Zutaten
Für 1 Glas (ca. 250 ml):
- 60 g Karottengrün (das Grün von etwa 1 Bund, nur die zarten Blätter ohne dicke Stiele)
- 40 g Sonnenblumenkerne
- 40 g Parmesan oder anderer Hartkäse, fein gerieben
- 1 kleine Knoblauchzehe
- 100–120 ml Olivenöl oder Rapsöl
- 1–2 EL Zitronensaft
- Salz und Pfeffer
Material
- Ein Mixer, Pürierstab mit Zerkleinerer oder ein Mörser
- Eine Küchenwaage
- Ein sauberes Schraubglas, zum Beispiel CapCro Twist-off-Gläser
- Zum Einfrieren: Silikon-Eiswürfelformen mit Deckel
Anleitung
- Grün vorbereiten: Das Karottengrün direkt nach der Ernte abschneiden, gründlich waschen und trocken schleudern. Gelbe Blätter und die dicken, faserigen Stiele entfernen, nur die zarten Blätter abzupfen.
- Kerne rösten: Die Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten, bis sie duften, und abkühlen lassen.
- Zerkleinern: Karottengrün, Kerne, Knoblauch und etwa die Hälfte des Öls im Mixer oder mit dem Pürierstab grob zerkleinern.
- Verfeinern: Käse, Zitronensaft und das restliche Öl dazugeben und alles zu einem cremigen Pesto mixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ist es zu bitter, hilft etwas mehr Käse oder ein Spritzer mehr Zitrone.
- Abfüllen: Das Pesto in ein sauberes Glas füllen, glatt streichen und mit einer dünnen Schicht Öl bedecken. Sofort in den Kühlschrank stellen oder portionsweise einfrieren.
⚠️ Wichtig: Pesto aus frischen Kräutern und Knoblauch in Öl ist nicht lagerstabil. Unter der Ölschicht können sich Botulismus-Bakterien vermehren. Bewahre das Pesto deshalb immer mit Öl bedeckt im Kühlschrank auf und verbrauche es innerhalb weniger Tage, oder friere es portionsweise ein. Nicht einkochen und nicht bei Raumtemperatur lagern. Verwende nur Grün von Karotten aus eigenem oder biologischem Anbau, die nicht gespritzt wurden, und sammle kein Grün von wild wachsenden Doldenblütlern: Wilde Möhre lässt sich leicht mit giftigen Pflanzen wie Hundspetersilie oder Schierling verwechseln.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
- Grün sofort abschneiden: Schneide das Grün direkt nach der Ernte ab. Es zieht sonst Feuchtigkeit aus den Möhren, und die Wurzeln werden schneller weich.
- Portionsweise einfrieren: In Eiswürfelformen eingefroren hast du immer eine Portion für Nudeln oder Suppe parat. Wie das bei Kräutern generell klappt, liest du in Kräuter richtig einfrieren.
- Mehr Pesto und mehr Karotte: Den Klassiker findest du in Basilikum als Pesto haltbar machen, die Möhren selbst kannst du fermentieren.
- Karotten selbst anbauen: Wann du Möhren säst und erntest, findest du in meinem kostenlosen Pflanzkalender.
Haltbarkeit
Im Kühlschrank, mit Öl bedeckt und nur mit sauberem Löffel entnommen, hält sich Karottengrün-Pesto nur wenige Tage. Eingefroren bleibt es rund 6 Monate gut. Tipp: Für die Gefriervariante den Käse weglassen und erst nach dem Auftauen unterrühren, dann schmeckt es frischer.
Fazit
Karottengrün-Pesto macht aus einem vermeintlichen Abfall eine würzige Soße und nutzt die Ernte vollständig. In wenigen Minuten gemacht, im Kühlschrank für die nächsten Tage oder im Gefrierfach für den Winter, ist es ein einfacher Schritt zu mehr Selbstversorgung in der Küche.
Was machst du sonst mit Karottengrün, oder landet es bei dir noch auf dem Kompost? Schreib es mir in die Kommentare!


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