Ringelblumensalbe selber machen: Sanfte Pflege für die Hausapotheke

Selbst gemachte Ringelblumensalbe in Braunglastiegeln mit Ringelblumenblüten

Ringelblumensalbe ist ein Klassiker der Hausapotheke. Traditionell wird sie für raue, trockene und strapazierte Haut verwendet, etwa an Händen nach der Gartenarbeit, an rissigen Fersen oder an Ellbogen. Das Schöne: Ringelblumen wachsen in fast jedem Garten, und aus den getrockneten Blüten, etwas Öl und Bienenwachs entsteht in kurzer Zeit eine milde Salbe ganz ohne Konservierungsstoffe. Wichtig vorab: Sie ist ein Pflegeprodukt mit langer Tradition, kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung.

Zutaten

Für etwa 100 g Salbe (2 Tiegel à 50 ml):

Material

Anleitung

  1. Tiegel vorbereiten: Reinige Tiegel und Werkzeuge gründlich und sprühe sie mit Isopropanol aus. Lass alles an der Luft trocknen.
  2. Öl ansetzen: Gib die getrockneten Blüten und das Öl in ein hitzefestes Glas. Verwende unbedingt getrocknete Blüten, denn frische enthalten Wasser und lassen das Öl schneller verderben.
  3. Warm ausziehen: Stelle das Glas ins Wasserbad und lass das Öl bei niedriger Temperatur (etwa 50 bis 60 °C) 1 bis 2 Stunden ziehen. Es darf nicht kochen. Das Öl färbt sich langsam goldgelb.
  4. Abseihen: Gieße das Öl durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter und drücke die Blüten gut aus. Es bleiben etwa 85 bis 90 ml Ringelblumenöl.
  5. Wachs schmelzen: Gib das Öl zurück ins Glas, füge Bienenwachs und nach Wunsch Sheabutter hinzu und lass alles im Wasserbad schmelzen, bis die Mischung klar ist.
  6. Konsistenz testen: Gib einen Tropfen auf einen kalten Löffel. Ist die Salbe zu weich, etwas mehr Wachs zugeben, ist sie zu fest, etwas Öl ergänzen.
  7. Abfüllen: Fülle die flüssige Salbe in die Tiegel, lass sie offen fest werden und verschließe sie erst dann. Beschrifte sie mit Inhalt und Datum.

⚠️ Wichtig: Die Salbe ist ein traditionelles Pflegeprodukt und kein Arzneimittel. Trage sie nicht auf offene, tiefe, nässende oder entzündete Wunden auf, dafür ist ärztliche Versorgung nötig. Ringelblumen gehören zu den Korbblütlern: Wer auf Arnika, Kamille oder Gänseblümchen allergisch reagiert, testet die Salbe vorher an einer kleinen Stelle in der Armbeuge. Bei Hautausschlag, Juckreiz oder Rötung nicht weiter verwenden. Heißes Wachs und Öl nur im Wasserbad erhitzen, nie direkt auf der Herdplatte.

Tipps aus der Selbstversorger-Praxis

  • Blüten selbst ernten: Pflücke die Ringelblumen an einem sonnigen Vormittag, wenn sie ganz geöffnet sind, und trockne sie luftig und schattig. Wie das gelingt, liest du in Kräuter richtig trocknen.
  • Weitere Pflegeprodukte: Mit demselben Prinzip rührst du auch einen Honig-Balsam oder einen Lippenbalsam.
  • Hausapotheke erweitern: Welche Kräuter außerdem in die Hausapotheke gehören, zeigt dir der Beitrag Heilpflanzen für die Hausapotheke.
  • Ringelblumen säen: Ringelblumen sind einjährig, säen sich aber gern selbst aus und locken Nützlinge an. Wann du sie säst, steht in meinem kostenlosen Pflanzkalender.

Haltbarkeit

Weil die Salbe kein Wasser enthält, hält sie sich kühl und dunkel gelagert etwa 6 bis 12 Monate. Entnimm sie mit einem sauberen Spatel statt mit den Fingern. Riecht sie ranzig, verändert sie deutlich die Farbe oder zeigt sie Schimmel, wird sie entsorgt.

Fazit

Ringelblumensalbe ist mit getrockneten Blüten, Öl und Bienenwachs schnell gerührt und gehört in jede selbst gemachte Hausapotheke. Sie pflegt raue und trockene Haut und hält sich viele Monate, bei ernsteren Hautproblemen ersetzt sie aber nicht den Weg zur Ärztin oder zum Arzt.

Wachsen bei dir Ringelblumen im Garten, und hast du schon einmal selbst eine Salbe gerührt? Schreib es mir in die Kommentare!


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