Quittenbrot selber machen: Eine süße Idee aus reifen Quitten

Selbst gemachtes Quittenbrot in Rauten geschnitten neben frischen Quitten

Quittenbrot gehört zu den ältesten Süßigkeiten aus dem Vorratskeller. Früher wurde es in vielen Bauernhäusern im Herbst gekocht, getrocknet und in Rauten geschnitten als Weihnachtskonfekt aufbewahrt. In Spanien kennt man es als „Membrillo“, das traditionell zu Käse serviert wird. Die harte, roh kaum essbare Quitte verwandelt sich dabei in eine feste, leuchtend bernsteinfarbene Paste mit intensivem, blumig-fruchtigem Aroma. Und das Beste: Du kannst dafür auch das Fruchtfleisch verwenden, das beim Quittengelee übrig bleibt. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Quittenbrot selber machst.

Zutaten

Für ein Backblech (etwa 40 bis 50 Stücke):

  • 1,5 kg reife, gelbe Quitten (ergibt etwa 1 kg Fruchtmus)
  • Wasser zum Kochen
  • Zucker in gleicher Menge wie das Fruchtmus (etwa 800 g bis 1 kg)
  • Saft von 1 Zitrone
  • Optional: 1 Zimtstange, 1 Vanilleschote oder etwas abgeriebene Orangenschale
  • Etwas Zucker zum Wälzen

Material

Anleitung: Quittenbrot Schritt für Schritt

  1. Quitten vorbereiten: Reibe den pelzigen Flaum mit einem trockenen Küchentuch gründlich ab und wasche die Quitten. Schneide sie in grobe Stücke – Schale und Kerngehäuse kannst du zunächst dranlassen, denn dort steckt viel Pektin.
  2. Weich kochen: Gib die Quittenstücke in einen großen Topf, bedecke sie knapp mit Wasser und lass sie zugedeckt 30 bis 40 Minuten kochen, bis sie ganz weich sind. Gieße sie durch ein Sieb ab – den Saft kannst du für Quittengelee verwenden.
  3. Entkernen und pürieren: Entferne Kerngehäuse und Kerne aus den weichen Quitten und püriere das Fruchtfleisch mit Schale zu einem feinen Mus. Für ein besonders glattes Quittenbrot streichst du das Mus zusätzlich durch ein Sieb.
  4. Abwiegen: Wiege das Mus ab und gib die gleiche Menge Zucker sowie den Zitronensaft dazu. Nach Wunsch kommen Zimt, Vanille oder Orangenschale hinein.
  5. Einkochen: Koche die Masse bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren 30 bis 60 Minuten ein, bis sie dunkler wird, sich vom Topfboden löst und ein Holzlöffel eine sichtbare Spur hinterlässt. Rühre gegen Ende besonders oft, damit nichts anbrennt.
  6. Aufs Blech streichen: Entferne Zimt und Vanille und streiche die heiße Masse etwa 1 bis 1,5 cm dick auf das mit Backpapier oder Silikonmatte belegte Blech. Glätte die Oberfläche mit einem angefeuchteten Teigschaber.
  7. Trocknen: Lass das Quittenbrot im Backofen bei 50 bis 60 °C mit leicht geöffneter Tür mehrere Stunden trocknen, bis die Oberfläche nicht mehr klebt. Traditionell trocknet es auch zwei bis drei Tage an einem warmen, luftigen Ort, zum Beispiel neben dem Ofen.
  8. Schneiden und wälzen: Stürze die Platte auf ein neues Backpapier, ziehe das alte ab und lass auch die Unterseite noch einige Stunden antrocknen. Schneide das Quittenbrot dann in Rauten oder Würfel und wälze die Stücke in Zucker.

⚠️ Sicherheitshinweis: Die eingekochte Quittenmasse ist extrem heiß, zäh und spritzt beim Blubbern leicht – das kann schmerzhafte Verbrennungen verursachen. Benutze einen hohen Topf und einen langen Holzlöffel, trage am besten lange Ärmel oder einen Ofenhandschuh und halte Kinder fern. Die Quittenkerne enthalten Amygdalin und werden nicht mitpüriert, sondern immer vorher entfernt.

Tipps aus der Selbstversorger-Praxis

Doppelt verwerten: Quittenbrot und Quittengelee sind ein perfektes Paar. Den Saft der gekochten Quitten verarbeitest du zu Gelee, das Fruchtfleisch zu Quittenbrot – so nutzt du die ganze Frucht. Das Rezept findest du in Quittengelee selber machen.

Zu Käse servieren: Wie das spanische Membrillo passt Quittenbrot hervorragend zu würzigem Hartkäse, Bergkäse oder Ziegenkäse. Lass es dafür ungezuckert und schneide es in dünne Scheiben. Auch auf einer Käseplatte mit Mispel-Gelee oder Sanddorn-Gelee macht es eine gute Figur.

Mit dem Dörrautomaten oder der Sonne trocknen: Statt im Backofen kannst du Quittenbrot auch im Dörrautomaten oder an sonnigen Herbsttagen in einer Solardörre trocknen – so sparst du Strom. Wie du eine baust, zeige ich dir in Solardörre selber bauen. Eine ähnliche Fruchtpaste ist auch das Pflaumen-Fruchtleder.

Einen Quittenbaum pflanzen: Quitten sind robust, selbstfruchtbar und tragen schon nach wenigen Jahren. Gepflanzt wird im Herbst oder zeitigen Frühjahr – den passenden Zeitpunkt findest du in meinem kostenlosen Pflanzkalender.

Haltbarkeit

Gut getrocknetes Quittenbrot hält sich in einer Blechdose oder einem Glas zwischen Lagen von Backpapier kühl und trocken gelagert mehrere Monate, oft bis ins Frühjahr. Achte darauf, dass die Stücke vor dem Einlagern nicht mehr kleben, sonst können sie schimmeln. Mit der Zeit wird Quittenbrot fester und das Aroma intensiver. Zeigen sich Schimmel, ein gäriger Geruch oder feuchte Stellen, wird es entsorgt.

Fazit

Quittenbrot ist eine wunderbare Möglichkeit, die Quittenernte in ein lang haltbares Konfekt zu verwandeln. Mit weich gekochtem Fruchtmus, der gleichen Menge Zucker und etwas Geduld beim Einkochen und Trocknen entsteht eine feste, aromatische Paste, die in der Adventszeit, auf der Käseplatte oder als selbst gemachtes Geschenk begeistert. So kommt ein fast vergessener Klassiker wieder in deinen Vorrat.

Kennst du Quittenbrot noch von früher, und isst du es lieber süß als Konfekt oder zu Käse? Schreib es mir in die Kommentare!


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