Schlehen wachsen an fast jedem Feldrand und in vielen Hecken. Roh sind die kleinen blauen Früchte so herb, dass sich der Mund zusammenzieht, doch nach dem ersten Frost werden sie milder und aromatischer. Zusammen mit süßen Äpfeln entsteht daraus eine dunkle, fruchtig-herbe Marmelade, die wunderbar zu Brot, Pfannkuchen und Käse passt. Wichtig ist nur, die Kerne vor dem Kochen nicht zu zerkleinern und die Früchte sorgfältig zu passieren.
Zutaten
Für etwa 5 Gläser à 200 ml:
- 500 g reife Schlehen, nach dem ersten Frost geerntet oder 1 bis 2 Tage eingefroren
- 500 g süße Äpfel (gewogen nach dem Schälen und Entkernen)
- 250 ml Wasser
- Gelierzucker 2:1, halb so viel wie das fertige Fruchtmus wiegt (bei 1 kg Fruchtmus also 500 g)
- Saft einer halben Zitrone
- Optional: 1 Zimtstange oder 1 Vanilleschote
Material
- GEFU Flotte Lotte zum Passieren der Schlehen
- Weck-Gläser mit Deckel oder saubere Twist-off-Gläser
- Einmach-Zubehörset mit Einfülltrichter
- Digitale Küchenwaage zum Abwiegen von Fruchtmus und Gelierzucker
- Großer Topf, Holzlöffel, Schüssel und kleiner Teller für die Gelierprobe
Anleitung
- Schlehen vorbereiten: Wasche die Schlehen, entferne Stiele und Blätter und sortiere unreife oder schimmelige Früchte aus. Hast du sie vor dem Frost gepflückt, friere sie 1 bis 2 Tage ein, damit sie milder werden.
- Schlehen weich kochen: Gib die ganzen Schlehen mit dem Wasser in einen Topf und lass sie zugedeckt 15 bis 20 Minuten köcheln, bis die Haut aufplatzt und das Fruchtfleisch weich ist. Zerdrücke oder püriere sie dabei nicht, damit die Kerne heil bleiben.
- Passieren: Streiche die weichen Schlehen portionsweise durch die Flotte Lotte. Haut und Kerne bleiben zurück und kommen auf den Kompost.
- Äpfel vorbereiten: Schäle und entkerne die Äpfel und schneide sie in kleine Würfel. Wer es feiner mag, reibt sie grob.
- Abwiegen: Wiege Schlehenmus und Apfelwürfel zusammen und berechne die Hälfte dieses Gewichts an Gelierzucker 2:1.
- Kochen: Gib Fruchtmus, Äpfel, Gelierzucker, Zitronensaft und optional Zimt oder Vanille in den Topf, bringe alles unter Rühren zum Kochen und lass es mindestens 4 Minuten sprudelnd kochen.
- Gelierprobe: Gib einen Teelöffel Marmelade auf einen kalten Teller. Wird sie nach einer Minute fest, ist sie fertig. Sonst kochst du noch 1 bis 2 Minuten weiter. Entferne Zimtstange oder Vanilleschote.
- Abfüllen: Fülle die heiße Marmelade randvoll in die vorbereiteten Gläser, verschließe sie sofort und lass sie ungestört abkühlen. Beschrifte die Gläser mit Sorte und Datum.
⚠️ Wichtig: Die Kerne der Schlehen enthalten Amygdalin, aus dem beim Zerkleinern Blausäure entstehen kann. Koche die Schlehen deshalb im Ganzen, püriere sie nie mit den Kernen und passiere sie sorgfältig. Sammle nur Früchte, die du sicher als Schlehen erkennst, und nicht direkt an stark befahrenen Straßen. Kochende Marmelade spritzt, arbeite deshalb mit einem langen Löffel. Zeigen sich Schimmel, Gärgeruch oder ein gewölbter Deckel, entsorgst du das ganze Glas.
Tipps aus der Selbstversorger-Praxis
- Handschuhe beim Sammeln: Schlehen wachsen an sehr dornigen Sträuchern. Feste Gartenhandschuhe und lange Ärmel ersparen dir viele Kratzer.
- Fallobst nutzen: Für die Marmelade eignen sich auch leicht angeschlagene Äpfel, wenn du schadhafte Stellen großzügig wegschneidest. Weitere Ideen findest du in Fallobst clever verwerten.
- Mehr Wildfrüchte im Glas: Genauso lohnend sind Hagebuttenmarmelade und das Sanddorn-Gelee. Ein klassisches Apfelgelee passt ebenfalls gut in den Herbstvorrat.
- Schlehen im eigenen Garten: Eine Schlehenhecke ist robust, bietet Vögeln und Insekten Nahrung und liefert jedes Jahr Früchte. Wann du Wildgehölze am besten pflanzt, findest du in meinem kostenlosen Pflanzkalender.
Haltbarkeit
Heiß abgefüllt und gut verschlossen hält sich die Schlehen-Apfel-Marmelade kühl und dunkel gelagert etwa 12 Monate. Geöffnete Gläser bewahrst du im Kühlschrank auf und verbrauchst sie innerhalb von drei bis vier Wochen.
Fazit
Schlehen-Apfel-Marmelade verbindet die herbe Note der Wildfrucht mit der Süße reifer Äpfel. Wenn du die Schlehen nach dem Frost erntest, im Ganzen weich kochst und sorgfältig passierst, bekommst du einen besonderen Herbstvorrat, den es so in keinem Supermarkt gibt.
Sammelst du Schlehen auch selbst, und was machst du daraus am liebsten? Schreib es mir in die Kommentare!


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